26. Januar

OT: Mon oncle
F 1958
Regie: Jacques Tati
117 Min., 35mm, DF
Mit Jacques Tati, Adrienne Servantie, Jean-Pierre Zola, Alain Bécourt u.a.

Der neunjährige Gérard lebt mit seinen Eltern, Madame und Monsieur Arpel, in einem Neubauviertel in einem supermodernen, vollautomatisierten Haus, in dem Sauberkeit und Kälte, Ordnung und Monotonie die Hauptrollen spielen. Gérard fühlt sich, im Gegensatz zu seinen versnobten Eltern, in dieser Wohnmaschine höchst unwohl. Wie gut, dass es da seinen besten Freund, den schusselig-verschrobenen Onkel, Monsieur Hulot, gibt. Dieser lebt in einem alten Stadtviertel in einem verwinkelten Haus und holt Gérard regelmäßig von der Schule ab. Auf den Ausflügen bringt er buntes Abenteuer und auch viel Schmutz in Gérards Leben. Hulots Schwester macht sich um ihren Bruder und seinen „schlechten Einfluss“ auf Gérard Sorgen und ergreift Maßnahmen, um ihn auf den vermeintlichen rechten Pfad zu führen…

„Mein Onkel“ ist eine satirische Filmkomödie, in der nach „Die Ferien des Monsieur Hulot“ Jacques Tati zum zweiten Mal den tollpatschigen Außenseiter Hulot verkörpert. „Mein Onkel“ wurde zu Tatis größtem Erfolg; der Film gewann 1958 den Sonderpreis der Jury bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes und ein Jahr später den Oscar für den besten fremdsprachigen Film.

Selten ist in einem Film die Trennung der Welt in einen lebendigen, lebenslustigen und einen „gereinigten”, sterilen, lustfeindlichen, rationalistischen Teil derart schlagend und überzeugend in Szene gesetzt worden wie in „Mon Oncle”.“ Ulrich Behrens

Unter dem Gesichtspunkt der Architekturkritik an der Moderne befassten sich Architekturausstellungen mit der vom Maler Jacques Lagrange entworfenen Filmarchitektur der Villa Arpel, so 2004 eine Ausstellung im Architekturmuseum der Pinakothek der Moderne in München und 2014 eine Ausstellung im Französischen Pavillon der Architekturbiennale in Venedig.

Trailer