10. November

OT: Μια αιωνιότητα και μια μέρα / Mia aioniotita kai mia mera
GR 1998
Regie: Theo Angelopoulos
128 Min., DVD, OmU
Mit Bruno Ganz, Isabelle Renauld, Fabrizio Bentivoglio, Achilleas Skevis, Despina Bebedelli, Eleni Gerasimidou u.a.
Musik: Eleni Karaindrou

Im Kino des griechischen Ausnahmeregisseurs verschmelzen „Zeit, Raum und Klang […] zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk“ (Andreas Kilb, FAZ). Charakteristisch für die Filmkunst von Theo Angelopoulos ist die schnittlose Plansequenz, deren Wirkungsweise Costas Douzinas (The Guardian) so beschreibt: „In seinen hypnotisierenden, langen Kamerafahrten erhält eine einfache Geste, ein Schweigen oder Lächeln philosophische Tiefe und historische Bedeutsamkeit. Das ist episches Kino, gemacht aus Fragmenten des täglichen Lebens.“

Vierundzwanzig Stunden vor seinem Krankenhausaufenthalt stehen für den todkranken Alexandros (Ganz) noch einige – letzte – Dinge an: Besuche bei der entfremdeten Tochter und der hochbetagten Mutter; die Haushälterin muss verabschiedet, ein neues Zuhause für den Hund gefunden werden. Dabei gibt sich Alexandros immer wieder Erinnerungen und Tagträumereien hin. Diese umkreisen die Zeit mit seiner verstorbenen Frau Anna sowie sein Alter Ego, einen Exildichter des frühen 19. Jahrhunderts. Alexandros stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit seines Lebens, in dem er der Arbeit als politischer Schriftsteller den Vorzug gegenüber privatem Familienglück gegeben hatte. Seine Suche erhält neue Impulse durch die Begegnung mit einem achtjährigen albanischen Flüchtlingsjungen.

Geboren 1935, erlebte Angelopoulos die deutsche Besatzung Griechenlands, die Verhaftung seines Vaters durch die Volksbefreiungsarmee und die Militärdiktatur. Er starb 2012 am Set seines letzten Films an den Folgen eines tragischen Unfalls. „Die Namen, die er seinen Protagonisten gab, Spiros, Eleni, Voula, Alexander, waren in fast allen Filmen gleich; sie verraten, dass er nicht nur von sich und von Griechenland, sondern von der menschlichen Familie schlechthin erzählen wollte, von Kindern, Eltern, Tragödien, Utopien überall“ (Andreas Kilb). „Die Ewigkeit und ein Tag“ wurde mit der Goldenen Palme ausgezeichnet.

Trailer: http://www.kino-zeit.de/filme/trailer/die-ewigkeit-und-ein-tag