06. Oktober

OT: The Fog
USA 1980
Regie: John Carpenter
86 Min., 35mm, DF
Mit Adrienne Barbeuau, Jamie Lee Curtis, Tom Atkins, Charles Cyphers u.a.

Antonio Bay, ein kleiner kalifornischer Küstenort, wird von einem fluoreszierenden Nebel bedroht, in dem sich die Geister einer Gruppe von Seemännern verbergen, die einst an den Klippen vor der Stadt mit ihrem Schiff kenterten. Bald stellt sich heraus, dass die Jubiläumsfeier zum hundertjährigen Bestehen der Stadt nicht grundlos zur gleichen Zeit stattfindet…

Nachdem Regisseur John Carpenter als Teil der amerikanischen New Wave des Horrorfilms 1978 mit „Halloween“ maßgeblich zur Modernisierung des Genres beitrug, wagte er mit dessen Nachfolger „The Fog – Nebel des Grauens“ 1980 scheinbar einen Schritt zurück hin zum klassischen Gruselfilm früherer Jahrzente. Das Zusammenspiel von Musik, Farben und sorgfältigen Weitwinkelkompositionen macht den Film technisch zu einem unverwechselbaren Werk Carpenters und sorgt für eine wohlige Geistergeschichte, die klassische und moderne Versatzstücke miteinander verbindet.

Zugleich ist „The Fog – Nebel des Grauens“ eine Fallstudie für die Definition des Unheimlichen von Sigmund Freud bis H.P. Lovecraft. Dabei fühlte sich Carpenter dem schwarz-romantischen Erbe der Gothic-Horror-Literatur ebenso verpflichtet wie kontemporären filmischen Wegen. Schließlich ist Antonio Bay auch Handlungsort von Alfred Hitchcocks „Die Vögel“, und die Anwesenheit von Janet Leigh weckt selbstverständlich Erinnerungen an „Psycho“.

Doch nicht nur Janet Leigh, sondern auch ihre Tochter Jamie Lee Curtis (der Carpenter zuvor mit „Halloween“ zu Weltruhm verhalf) macht hier eine hervorragende Figur. Mit Adrienne Barbeuau, Tom Atkins und Charles Cyphers finden sich weitere regelmäßige Gäste in Carpenters Oeuvre. Ein Gruselreigen, der kaum schöner Gänsehaut zu verbreiten vermag.

Trailer