21. April

Australien 1992
Regie: Geoffrey Wright
89 Min., 35mm, DF
Mit Russell Crowe, Jacqueline McKenzie, Daniel Pollock u.a.

Hando (Russel Crowe) führt eine Melbourner Skinhead-Truppe an, die den Vietnamesen in ihrem Viertel den „Rassenkrieg“ erklärt hat. Als die zahlenmäßig überlegenen Vietnamesen zurückschlagen, zerfällt die Gruppe. Kompliziert wird die Situation durch ein Mädchen namens Gabe, die Hando und seine „Rechte Hand“ Davey gegeneinander ausspielt…

Mit seinem Langfilm-Debut „Romper Stomper“ hat der dezidiert linke australische Regisseur Geoffrey Wright ein messerscharfes, spannendes Nazi-Drama vorgelegt, das diverse Preise abräumte und vor allem in Deutschland und England sehr kontrovers aufgenommen wurde. Zumal sich der Regisseur weigert, seine Figuren moralisch zu verurteilen oder über sie zu richten. Eine extrem wendige Handkamera ist immer nah am rauen Geschehen, begleitet die Skins bei ihren Schlägereien, bei ihren Parties und Saufgelagen. Geoffrey Wright hat sorgfältig im Milieu der australischen Nazi-Skins recherchiert, viele Interviews geführt und den Skins einfach zugehört. Das Ergebnis ist ein Film, der die Neonazis natürlich nicht verherrlicht, der wohl aber ihre Verletzlichkeit, ihre Frustration, ihre desolate soziale Lage als Ursache für ihre Gewalttätigkeit herausstreicht.
(Texte: Harald Ladstätter)

Aufgrund der Gewaltdarstellung bekam der Film in Deutschland eine FSK 18-Freigabe und schaffte es im März 1994 auf den Index der Bundesprüfstelle. 2012 folgte eine Listenstreichung. Dennoch stufte die FSK den Film als „nicht jugendfrei“ ein. Für Russell Crowe jedoch bedeutete der Film seinen Durchbruch und wurde Grundstein für eine Karriere in Hollywood.

Also ein Film der sicherlich polarisieren wird. Sowohl inhaltlich als auch formell. Also reden wir im Anschluss beim Bier drüber. Wie immer.

Trailer