10. März

BRD 1989
Regie: Ulrike Ottinger
165 Min., 35mm
Mit Delphine Seyrig, Irm Hermann, Peter Kern, Gillian Scalici u.a.

Die elegante englische Privatlehrerin und Ethnologin Lady Windemere, die unkomplizierte Fanny Ziegfeld -ein amerikanischer Musicalstar-, die junge und abenteuerlustige Giovanna, sowie die standesbewusste Frau Müller-Vohwinkel sind vier völlig verschiedene Frauen aus dem Westen. Sie lernen sich auf ihrer Reise im Speisewagen der Transsibirischen Eisenbahn kennen, wo sie sich von der georgischen Damen-Combo „Kalinka Sisters“ unterhalten lassen. Dort machen sie auch die Bekanntschaft mit drei extravaganten Herren. An der Grenze zur Mongolei trennen sich die Wege dieser zufällig und bunt zusammengewürfelten Gesellschaft wieder, da die Frauen in die Transmongolische Eisenbahn umsteigen. Die Reise nimmt eine plötzliche Wende, als sie dort nach kurzer Fahrt von der mysteriösen mongolischen Prinzessin Ulun Iga und ihren Reiterinnen überfallen und verschleppt werden. Die weitere unfreiwillige Reise führt sie durch die Landschaften der Mongolei, wo sie mit einer für sie fremden Kultur, archaischen Ritualen und uralten Traditionen konfrontiert werden. Es ist so, als wären sie plötzlich in eine andere Zeit versetzt…

Ulrike Ottinger hat sich in ihrem neuen Film […] zu einer höchst interessanten Vermischung von Fiktion und dokumentarischer Exkursion in eine fremde Kultur entschlossen […] Komische Aspekte inszeniert Ulrike Ottinger dabei ganz als Situationskomik im Aufprall der beiden Kulturen. Jeder Anflug von Exotismus wird gebrochen im einerseits dokumentarischen Gestus und andererseits durch die Herausarbeitung der ästhetisch-autonomen Aspekte des Fremden. Die Reise in die Vergangenheit verläßt so nie die Moderne, sondern rettet sie als Wahrnehmungsstruktur. Der Faszinismus des in der Ferne Gesehenen wird als neue Erfahrung mit auf die Rückreise genommen […]“ Gertrud Koch, Frankfurter Rundschau

Ulrike Ottinger, von der wir schon „Unter Schnee“ und „Bildnis einer Trinkerin“ gezeigt haben, gilt als eine der eigenwilligsten deutschen Filmemacherinnen von internationalem Rang. Ihr umfassendes Filmwerk gehört fast vollständig zum Verleihprogramm des Arsenals – Institut für Film und Videokunst e.V..