16. Dezember

OT: My Own Private Idaho
USA 1991
Regie: Gus Van Sant
104 Min., 35mm, DF
Mit River Phoenix, Keanu Reeves, William Richert, James Russo, Chiara Caselli u.a.

Scheinbar ein klassisches „Road Movie“. Zwei Jugendliche reisen mit einen Motorrad durch den Westen der USA. Mike (River Phoenix) will in den Schatten seiner Mutter schlüpfen, die er nie kennen lernen durfte. Von der er aber immer träumt, wenn ihn Schlafattacken heimtückisch überfallen. Während Scott (Keanu Reeves) aus dem Schatten seines Vater flüchtet, der als mafiöser Bürgermeister einer Großstadt allgegenwärtig ist. Der ihn degeneriert nennt und doch jagen lässt.

Was „My Private Idaho“ von den klassischen Road Movie abhebt, ist, dass sich Mike und Scott ihr Leben und ihre Reise dadurch finanzieren, indem sie anschaffen gehen. Aus Not, aber aus Scotts Perspektive auch als eine Form des Aufstands gegen das Bürgerliche. Und Scott wird zum Aufpasser Mikes, wenn dieser wieder hilflos einschläft.

Eine vorübergehende Heimat finden die beiden Getriebenen beim Obdachlosen Bob (William Richert), den „König der Aussätzigen“. Gespielt werden die Obdachlosen tatsächlich von Straßenkindern aus Portland.

Diese gemeinsame Suche nach Mikes Glück, die bis nach Europa führt, bringt aber auch Brüche zu Tage. Mike verliebt sich in Scott, der seinen Part auf der Straße nur zeitlich begrenzt sieht. Und sich in Rom in Carmella verliebt. „Ich werde mich mit 21 so verändern, daß man mich nicht wieder erkennen wird“, kündigt Scott schon früh an.

River Phoenix wurde u. a. auf den Filmfestspielen von Venedig 1991 als bester Schauspieler ausgezeichnet. In Toronto und in Deauville erhielt „My Privat Idaho“ jeweils den Kritikerpreis, Gus Van Sant 1992 den „Independent Spirit Awards“ für die beste Regie.

Trailer