02. Dezember

OT: Le départ
B 1967
Regie: Jerzy Skolimowski
86 Min., 35mm, DF, s/w
Mit Jean-Pierre Léaud, Catherine Duport, Jacqueline Bir u.a.
Musik: Krzysztof Komeda

Mademoiselle, darf ich Sie zu einem netten, gemütlichen Abend im Kofferraum einladen?

Der Brüsseler Friseurlehrling Marc (Jean-Pierre Léaud) träumt von seinem ersten Autorennen und trainiert heimlich mit dem Porsche 911 S seines Chefs. Immer unter Hochspannung, kann er an nichts anderes als an schnelle Autos denken, bis er am Vorabend des Rennens der Liebe begegnet.

1967 wurde Jerzy Skolimowskis „Der Start“ mit dem „Goldenen Bären“ der Berlinale ausgezeichnet. Als der Film beim 60. Jubiläum des Festivals erneut gezeigt wurde, zählte er zu den erstaunlichsten Wiederentdeckungen.

Ein frenetisch-lustvoll-halbtolles, ganz asozial dem Gefühl des Augenblicks huldigendes Aufbruchwerk, gesetzt zu den ultracoolen Phrasen von Jazz-Gott Komeda. Mit den Augen Skolimowskis sieht Brüssel irre polnisch aus – das macht bestimmt der Surrealismus – und Jean-Pierre Leaud in – seiner undurchschaubartsen Performances… Ein Meisterwerk.“ Riu Hortensia da Silva e Costa / Österreichisches Filmmuseum

Und wiedermal Krzysztof Komeda (hatten wir vor kurzem in Polanskis „Messer im Wasser“). Seine Musik sollte der experimentellen Form des Films entsprechen und er konnte seiner Vorstellung, nicht nur die Musik zu komponieren, sondern den ganzen Sound des Films zu gestalten, Raum geben. Er verband Free Jazz mit Elementen experimenteller klassischer Musik, benutzte Jump Cuts im Soundtrack und integrierte Lärmelemente wie Léauds Schreie in dem Dialog zwischen Don Cherrys Trompete und Gato Barbieris Tenorsaxophon.

Dafür kommt der Vorfilm ganz ohne Musik aus. Versprochen. Wir hören lediglich das infernalische Motorengebrüll eines Ferrari 275 GTB.

Trailer