06. Januar

A 1997
Regie: Michael Haneke
104 Min., 35mm, DF
Mit Susanne Lothar, Ulrich Mühe, Arno Frisch, Frank Giering, Stefan Clapczynski, Doris Kunstmann und Christoph Bantzer

„Funny Games“ – Michael Hanekes kontroverses Meisterwerk findet endlich seinenWeg ins Offkino. Mit diesem Film schuf Haneke ein Werk, das wehtut, das unangenehm ist und an der Menschheit zweifeln lässt. Darf es diesen Film überhaupt geben? Überschreitet er nicht die Grenzen dessen, was im (Arthaus-)Kino gezeigt werden darf? Diese Gedanken gingen Kritikern und Publikum im Cannes durch den Kopf, als der Film zum ersten Mal auf der Leinwand zu sehen war. Denn sie waren mitten drin als Paul und Peter ihr perverses Spiel mit einer Familie in der ruhigen Ferienidylle treiben…

Haneke zeigt mit seiner schmerzhaften, nahezu unerträglichen Kritik das Thema Gewalt und dessen Repräsentation in den Medien als ein zentrales Thema. Genau wie die Rolle des Zuschauers als Voyeurist, der fasziniert und angewidert zuschaut. Dieser Filmabend wird kein Vergnügen werden, sondern uns an die Grenzen der Menschlichkeit bringen, oder das was wir dafür gehalten haben, jedoch ohne die Grenzen des gezeigten zu überschreiten – es spielt sich alles nur im Kopf des Betrachters ab.

„[…] schockierende, nur schwer erträgliche Medienreflexion, die anhand der Strukturmerkmale des Thrillers übliche Sehgewohnheiten in Frage stellt und den Zuschauer als heimlichen Mittäter der filmischen Grausamkeit entlarvt.“ Lexikon des internationalen Films

FUNNY GAMES ist Michael Hanekes neueste, ach-so-tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Gewalt. […] Den schwarzen Peter bekommen […] die Zuschauer zugeschoben, die der Film ständig für das, was er zeigt, haftbar machen will. Das erspart ihm, über die eigene Fasziniertheit von der Gewalt reflektieren zu müssen.“ Artechock

Trailer