07. Oktober

OT: La isla mínima
E 2014
Regie: Alberto Rodríguez
105 Min., DCP, OmU
Mit Raúl Arévalo, Javier Gutiérrez, Antonio de la Torre, Nerea Barros u.a.

Preisgekröntes Genrekino aus Spanien – der Film gewann 10 Goyas (der spanische „Oscar“) und den Publikumspreis beim Europäischen Filmpreis.
Bielefeld-Premiere.

1980: Tief im spanischen Süden verzweigt sich der Guadalquivir auf seinem Weg ins Meer in unzählige kleine Flussläufe und schneidet beunruhigend geometrische Muster in die sumpfige Landschaft. Die Menschen dort unten sind eine verschworene Gemeinschaft, bei denen die aus der Hauptstadt entsandten Ermittler Juan und Pedro wenig willkommen sind. Eigentlich sollen die beiden das rätselhafte Verschwinden zweier junger Mädchen klären. Doch als kurze Zeit später deren gemarterte Leichen am Straßenrand auftauchen, beginnen sich die Polizisten unter der heißen Sonne Andalusiens in ein undurchdringliches Geflecht aus Schweigen, Angst und Lüge zu verstricken.

Ein tolles Schauspielergespann (Gutiérrez und Arévalo) schafft es, mit ihren lakonisch humorigen Dialogen, die düstere Stimmung (u.a. wabern die Auswüchse der Franco-Zeit stetig im Hintergrund), immer wieder aufzubrechen.
Es ist ein moderner spanischer „Film Noir“, der zugleich die Empfindsamkeit als auch die Verrohung der spanischen Seele zu sezieren versucht. Dies verpackt in einem bis zur letzten Sekunde ungeheuer spannenden Plot, lässt den Zuschauer emotional tief in die Materie eintauchen.

Unser Tipp: Plant lieber für danach schon mal einen Besuch bei einer Maniküre ein…

Trailer