23. September

OT: Hamlet Liikemaailmassa
FIN 1987
Regie: Aki Kaurismäki
85 Min., 35mm, OmU, s/w
Mit Pirkka-Pekka Petelius, Esko Salminen, Kati Outinen, Elina Salo, Esko Nikkari u.a.

Shakespeare, Klassenkampf und Gummienten

Es ist was faul – diesmal nicht im Staate Dänemark, sondern in einem finnischen Großunternehmen. Der Patriarch wird vergiftet und die Leitung des Konzerns geht an Klaus. Der neue Chef will die Firma auch schnurstracks umstrukturieren. Die Fabriken, Werften und Sägewerke sollen abgestoßen werden, in Zukunft soll sich der Konzern nur noch auf die Produktion von Gummienten konzentrieren. Doch Hamlet, Sohn des verstorbenen Chefs, hält 51% der Anteile des Konzerns und Hamlet hat einen Verdacht, wer hinter der Vergiftung seines Vaters steckt.

Aki Kaurismäki interpretiert Hamlet als einen Film noir in dem die Gangsterbosse Vorstandsvorsitzende sind. Kaurismäkis langjähriger Kameramann Timo Salminen inszeniert den Film in genreüblichen, konstrastreichen Schwarzweiß-Bildern.

Hamlet selbst wird als selbstverliebter, aber unfähiger Snob dargestellt, der wenig Verständnis für die Sorgen und Nöte derjenigen zeigt, die ihm unterstellt sind. Den Text, immerhin Shakespeares umfangreichstes Stück, reduziert Kaurismäki auf das Nötigste, nur hin und wieder wird mal eine Zeile des Originaltextes eingestreut. Aber genau dadurch verpasst er dem Film seinen typischen, lakonischen Witz.