03. Juni

Kanada 2015
Regie: Guy Maddin und Evan Johnson
130 Min., Farbe & s/w, DCP, OmU
Mit Roy Dupuis, Geraldine Chaplin,Clara Furey, Udo Kier, Charlotte Rampling u.a.

Bielefeld-Premiere!

Zu den aufregendsten Filmen eines Cineasten-Lebens gehören die ungesehenen. Jene verschollenen, verbotenen, nicht verfügbaren, von denen man nur gelesen oder gehört hat. Jene, von denen man nichts kennt außer ein paar Zeilen in einem Filmlexikon und ein, zwei Standbilder vielleicht. Was jedoch genügt, um sich daraus in der Vorstellung ein Leinwanderlebnis zusammenzubasteln, dem die Sichtung des realen Werks nur selten das Wasser reichen kann.
„The Forbidden Room“ fühlt sich an, als wäre es endlich einmal gelungen, solche Kopf-Filme direkt in bewegte Bilder zu bannen. Ein Film, der geradewegs aus dem Halbbewussten stammt – ohne narrative Vernunft und filmische Anstandsregeln:

Ein U-Boot in Seenot; ein Holzfäller, der der Bootsbesatzung auf mysteriöse Weise erscheint – war er nicht gerade noch dabei, die schöne Margo in den dunklen Wäldern von Holstein-Schleswig aus den Klauen der Roten Wölfe zu befreien? Ein Neurochirurg, der tief in das Hirn eines manischen Patienten greift; ein Mörder, der sich als das Opfer der eigenen Tat ausgibt; […] verführerische Skelette, kollidierende Zeppeline und eine heiße Badewanne, die all das ausgelöst zu haben scheint – wie die ineinandergreifenden Arme eines Spiralnebels sind die zahllosen fantastischen Handlungsstränge angelegt, allesamt inspiriert von realen, eingebildeten und fotografischen Erinnerungen an verschollene Filme der Stummfilmzeit, denen auch die Ästhetik halbzerstörter viragierter Filmkopien fabelhaft huldigt.“ Christoph Terhechte

„The Forbidden Room“ zapft die Tiefen der Gedächtnisschichten an, bohrt seine Brunnen bis ins Unterbewusste. Er wirkt wie ein Fiebertraum, ein Überkochen von Bildern und Erzählungen – er hat die Hitze von Kino, das als Obsession und Fetisch betrieben wird.“ Thomas Willmann

Trailer