20. Mai

OT: The Deer Hunter
USA 1978
Regie: Michael Cimino
182 Min., 35mm, DF
Mit Robert De Niro, John Cazale, John Savage, Christopher Walken, Meryl Streep, George Dzundza, Chuck Aspegren u.a.

One shot is what it’s all about. A deer has to be taken with one shot.

„The Deer Hunter“ ist als Episodenfilm aufgebaut. Er beginnt mit einer Hochzeit und endet mit einem Begräbnis. Dazwischen: das Schicksal von drei Freunden, die gemeinsam aus ihrer grauen Bergarbeiterstadt in einen Dschungelkrieg ziehen, über den sie nicht das Geringste wissen. Am Ende ist der eine tot, der andere ein „Krüppel“ und der dritte ein seelisches Wrack.

Der Film markiert einen Wendepunkt in der amerikanischen Kinogeschichte und in der Karriere seines Regisseurs. Es ist Ciminos zweiter Film, und er vereint hier politische Provokation und künstlerische Beharrlichkeit, wenn nicht Fanatismus. Grandiose junge Schauspieler_innen, von Meryl Streep bis Christopher Walken, die meisterhafte Kamera von Vilmos Zsigmond. Cimino ließ ihn in acht verschiedenen Stahlwerken filmen, und um Farbveränderungen und Jahreszeitenwechsel besser in Szene zu setzen, wurde die Entlaubung der Bäume mit Chemikalien durchgeführt.

Ein Film der polarisierte. Während er in Hollywood mit fünf Oscars ausgezeichnet wurde, ist es auf der Berlinale des gleichen Jahres zu einem politischen Eklat gekommen. Delegierte der sozialistischen Länder und der Dritten Welt zogen ihre Filmbeiträge zurück und verließen unter Protest das Filmfestival. Ihm wurde eine einseitige Darstellung von Gewalt und Grausamkeit, sowie Rassismus vorgeworfen. Cimino dazu: der Film handelt in erster Linie von den Persönlichkeitszerstörungen dreier amerikanischer Arbeiter aus ihrem subjektiven Blickwinkel und erst in zweiter Hinsicht vom US-Imperialismus und dessen politische Dimension.

Trailer