25. März

OT: La Strada
I 1954
Regie: Federico Fellini
104 Min., 35mm, DF, s/w
Mit Anthony Quinn, Giulietta Masina, Richard Basehart u.a.
Musik: Nino Rota

Für 10.000 Lire kauft der Gaukler Zampanó von einer armen Frau deren Tochter Gelsomina. Sie soll für ihn trommeln, als Clown auftreten und ihm auch ansonsten zur Hand gehen. Gelsomina findet Gefallen am Gauklerleben und wandert liebenswürdig, verletzlich und nach Zuneigung dürstend durch diese Welt. Sie hofft, in Zampanó einen Partner gefunden zu haben, doch dieser gibt sich an ihr uninteressiert und egozentrisch. Als sich beide einem Zirkus anschließen, trifft sie auf den Seiltänzer Matto. Zum ersten Mal fühlt sie sich verstanden und akzeptiert…

La strada ist ein poetisches Märchen, angesiedelt in der Wirklichkeit der italienischen Landstraßen. Anthony Quinn machte aus der Figur Zampanò keinen bloßen Widerling: Unrasiert, im grobgestrickten Pullover, die Wollmütze auf dem Kopf, stolz auf sein seltsames Gefährt wirkt er eher wie ein kaum zivilisierter Wilder, der sich nimmt, was er braucht. Reine Emotionen bestimmen auch die Darstellung der Gelsomina: Was sie denkt und fühlt, läßt sich unmittelbar an ihren Augen ablesen. Giulietta Masinas sinnliche Präsenz, die ausdrucksstarke Mimik und Gestik, das weiß geschminkte Gesicht, auf dem sich Trauer und Schalk und manchmal beides zugleich spiegeln, ist ein schauspielerisches Bravourstück und trug wesentlich zum internationalen Erfolg von La strada bei, der mit einem Oscar gekrönt wurde. Zuvor war der Film bei der Biennale in Venedig mit einem Silbernen Löwen ausgezeichnet worden, während Senso von Luchino Visconti leer ausging. Während der Preisverleihung kam es zu Protesten, die beinahe zu einer Saalschlacht führten: La strada später Höhepunkt und zugleich Überwindung des italienischen Neorealismus. ließ die Positionskämpfe der Filmemacher zum Ausbruch kommen.“ Töteberg, Michael: La Strada. In: Töteberg, Michael (Hrsg.): Metzler Filmlexikon. Stuttgart/Weimar 1995.

Trailer