19. Februar

GB 1981
Regie: Victor Schonfeld & Myriam Alaux
130 Min., DVD, OF
Erzählerin: Julie Christie
Musik: Robert Wyatt, David Byrne

Dass Tiere, der „beste Freund des Menschen“, oftmals einem brutalen, ausbeuterischen Umgang unterliegen – sei es in der Nutzierhaltung oder zum Amüsement, z.B. im Zirkus – ist bekannt, wurde und wird aber gerne übersehen.

Ein erstes Umdenken machte sich in Filmen der 1950er Jahre bemerkbar, etwa wenn in Richard Brooks‘ „The Last Hunt“ die Büffeljagd nicht mehr als noble Heldentat, sondern als brutales Massaker gezeigt wird, und die mythische Prärie als Ort des Gemetzels. Anfang der 1980er Jahre schließlich war die Dokumentation „The Animals Film“ filmischer Vorreiter der Tierrechtsbewegung und zudem eine zornige Kapitalismuskritik mit schonungslosen Bildern aus Tierversuchsanstalten, der Pelz- und der Fleischindustrie. Die Ausstrahlung im britischen Fernsehen konnte nur gekürzt erfolgen: “The film released in cinemas had been approved with no cuts by the British Board of Film Censors, but the Independent Broadcasting Authority instructed Channel 4 that certain scenes in the film could ‚incite crime or lead to civil disorder.” BFI

Durch den von Robert Wyatt komponierten Soundtrack, vor allem aber durch seine Montage, erreichte der Film eine mitunter Videoclip-artige Dynamik. War die Verwendung von Prog-Rock in einer Dokumentation schon ungewöhnlich, löste der Film angesichts seines Themas nach der Ausstrahlung im britischen Fernsehen eine Schockwelle aus. Der folgende Kinoeinsatz führte in einigen Ländern zur Änderung entsprechender Gesetze.

Zuletzt war der Film auf der Viennale 2015 in der Retrospektive „Tiere im Film“ zu sehen: „„The Animals Film“ ist, im Gegensatz zu Jean Eustaches nüchtern auf die Schlachtung und Verwertung eines Schweins blickendem „Le Chochon“, agitatorisch gestimmt.“ Benjamin Moldenhauer

Trailer