15. Januar

GB 2014
Regie: Peter Strickland
101 Min., DCP, OmU
Mit Sidse Babett Knudsen, Chiara D’Anna, Fatma Mohamed u.a.
Musik: Cat’s Eyes

Bielefeld-Premiere

Schlüsselblumen-Würfelfalter ist der eher unspektakuläre deutsche Name des Schmetterlings, der im englischen Sprachraum auch Duke of Burgundy genannt wird. Schmetterlinge und Motten – das sind die Studienobjekte von Cynthia und Evelyn. Doch als wir die beiden das erste Mal treffen, sind die Rollen, im wahrsten Sinne des Wortes, anders verteilt. Evelyn gibt das naive Hausmädchen, dessen Nachlässigkeit beim Putzen von der strengen Herrin Cynthia bestraft wird. Allerdings wird schnell klar, dass hier ein Spiel von Dominanz und Unterwerfung gespielt wird. Aber wer hier die Regeln diktiert, ist anfangs nicht klar. „Das Beziehungskonstrukt zwischen der von Sidse Babett Knudsen verkörperten Cynthia und ihrer Gespielin Evelyn (…) bezieht seine Brisanz dabei auch weniger aus einer Unterwerfungsstrategie, (…) sondern einer sorgsam freigelegten Komplexität der Bedürfnisse, Erwartungen und Begierden, die keineswegs nur in eine Richtung formuliert werden.“ Filmgazette, http://www.filmgazette.de/index.php?s=filmkritiken&id=1558

Mit seinen opulenten Bildern beschwört Regisseur Peter Strickland das B-Kino Europas. Dabei ist die Zitatfreude, die sich von Jess Franco bis Luis Buñuel bedient, niemals Selbstzweck. „Denn ein reines Amalgam ist sein Film nicht und wenn doch, dann zumindest eines, das sein eigenes Amalgam-Sein immer auf dem Schirm hat, damit spielt und fröhlich zwischen Hochkunst und Camp hin und her kippt. Dazu gehört auch das zeitweilige Ablegen aller narrativen Fesseln, wenn die Kamera sich an der Grenze zum Experimentalfilm bis zu den Fasern der Textilien durchwühlt oder zitternde Blendenflecke leinwandfüllend aufgezogen werden.“ Perlentaucher, https://www.perlentaucher.de/im-kino/regeln-des-lustgewinns.html

Trailer