22. Januar

D 1933
Regie: Fritz Lang
115 Min., 35mm, s/w, DF
Mit Rudolf Klein-Rogge, Otto Wernicke, Camilla Spira u.a.

HYPNOTISCH: Dr. Mabuse ist tot. Gestorben als Insasse einer Nervenheilanstalt, wirkt sein dort verfasstes „Testament“ jedoch unheilvoll weiter. Sein Gegenspieler: Kommissar Lohmann, Chefermittler aus Langs erstem und zugleich epochalem Tonfilm „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“.

PHANTASTISCH: Mabuses Ziel: die „Herrschaft des Verbrechens“, die durch Einschüchterung und Terror gegenüber einer Gesellschaft am Abgrund bewerkstelligt werden soll, die seinen Plänen geradezu in die Hände spielt. Thematisiert wird auch die bürokratische und arbeitsteilige Arbeitsweise der „Organisation“, bei der kaum jemand in Frage stellt, welchen Sinn seine verbrecherischen Einzelhandlungen (z. B. die Ermordung von Zeugen) eigentlich haben.

PROPHETISCH: Der Film ist zwar als überaus spannender Kriminalfilm inszeniert, war aber ohne weiteres als kritische Anspielung auf die Nationalsozialisten zu verstehen, deren Anführer Adolf Hitler sein programmatisches Werk „Mein Kampf“ bekanntlich ebenfalls in Gefangenschaft verfasst hatte. Ganze Parolen und Glaubenssätze des heraufziehenden „Dritten Reiches“ wurden den Verbrechern in den Mund gelegt. Direkt verboten, kam erst 1951 eine gekürzte Fassung in die Kinos. Wir zeigen die restaurierte und ungekürzte Originalfassung.

Der Wert des Films ist gar nicht zu überschätzen. Denn etliche Szenen wurden zu Marksteinen des Action- und des Horrorfilms späterer Jahre und Jahrzehnte. Auch das Genre selbst – zwischen Crime, Horror und Mystery – erhielt durch den Film einen mächtigen Schub nach vorne.“ Ulrich Behrens, Filmzentrale
Sehr aufregend. Aber kann nicht freigegeben werden. Anleitung zum Verbrechen.“ Joseph Goebbels, Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda

Trailer