18. Dezember

OT: Malá mořská víla
ČSSR 1976
Regie: Karel Kachyňa
84 Min., 35mm, DF
Mit Miroslava Šafránková, Petr Svojtka, Radovan Lukavský, Milena Dvorská, Dagmar Patrasová u.a.

In der dunkleren Jahreszeit wird das Offkino auch etwas romantisch-verklärt und zeigt mit „Die kleine Meerjungfrau“ zum ersten Mal einen Märchenfilm im Programm. Am eindrucksvollsten bezüglich der Umsetzung und bildnerischen Gestaltung sind für viele die tschechischen Verfilmungen. Zusammen mit den Märchenfilmen „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, „Der Furchtlose“ und „Wie man Dornröschen wachküßt“ gilt die Verfilmung von Kachyňa nach Hans Christian Andersens Kunstmärchen „Die kleine Meerjungfrau“ als einer der herausragenden Klassiker dieser Gattung.

Erzählt wird die Geschichte von der kleinen Seejungfrau, die die jüngste der sechs Töchter des Königs der Meere ist. Mit dem fünfzehnten Lebensjahr darf auch sie zum 1. Mal nachts hinauf an die Meeresoberfläche. Die älteren Schwestern haben ihr vorher schon Wunderdinge von z.B. der lärmenden beleuchteten Stadt, den Vögeln, dem Sonnenuntergang, Kindern und Eisbergen erzählt. Als sie selbst emporsteigt, beobachtet sie ein Schiff mit einem Prinzen an Bord. Als das Schiff wegen eines Sturms sinkt, rettet sie in vor dem sicheren Tod und verliebt sich unsterblich in ihn und in die Welt über Wasser. Um ihn wiederzusehen, muss sie viele Opfer bringen und begibt sich auf einen komplett anderen Lebensweg als ihre Schwestern.

Stimmungsvolle Märchenverfilmung, die im Gegensatz zur Disney-Version den traurigen Grundton der Geschichte beibehielt.“ Lexikon des internationalen Films
Die Lichtführung des Films betreffend ist – genau wie Andersen die See im Märchen beschreibt – die Meereswelt der Nixen in kornblumenblaues Licht getaucht.

Der Regisseur Kachyňa gehörte zur Generation liberaler Regisseure der Tschechoslowakei der 1960er-Jahre, zu denen auch Miloš Forman und Jiří Menzel zählen. Er war 1951 einer der ersten Absolventen der Prager Filmhochschule „FAMU“.