06. November

OT: Sobibor, 14 octobre 1943, 16 heures
F 2001
Regie: Claude Lanzmann
95 Min., 35mm, OmU
Buch: Claude Lanzmann

Außerhalb unseres Oberthemas zeigen wir am 06.11.2015 – gemeinsam mit der „Antifa AG“ der Universität Bielefeld – Claude Lanzmanns „Sobibor, 14. Oktober 1943, 16 Uhr“. Das Screening ist eine Unterstützung der Ausstellung „From the Ashes of Sobibor“ in der VHS Bielefeld (29.10. – 29.11.2015) und der Eintritt an diesem Abend ist frei.

In dem eindringlich montierten Interviewfilm berichtet Yhuda Lerner über das Leben und Sterben in Sobibor und wie es den zum Tode verdammten Häftlingen unter der Führung von Alexander Petscherski gelang, einen Aufstandsplan zu entwickeln und schließlich aus dem Lager zu fliehen. Yehuda Lerner zählt zu den wenigen Überlebenden des einzigen erfolgreichen Aufstandes in einem nationalsozialistischen Vernichtungslagers.

Genauso wie in seinem epochalen Werk „Shoa“ arbeitet Lanzmann ausschließlich mit den Worten von Überlebenden, um die Geschehnisse von damals zu vermitteln. Genauso wie in „Shoa“ gelingt es Lanzmann – komplett ohne Aufnahmen aus Zeiten des Krieges – eindrückliche Bilder in den Köpfen der Betrachter_innen entstehen zu lassen.

Doch im Gegensatz zu „Shoa“, bei dem es Lanzmann nach eigenen Worten darum ging, „die Radikalität des Todes, die Radikalität der Auslöschung, die Unentrinnbarkeit von alledem“ möglichst schonungslos aufzuzeigen, vermittelt er in „Sobibor, 14. Oktober 1943, 16 Uhr“ das Gegenteil. Ein Individuum beschreibt seinen Weg aus schier aussichtsloser Situation, wird zum handelnden Subjekt und widersetzt sich der ihm zugewiesenen Rolle durch die Nationalsozialisten.

Weitere Informationen zur Ausstellung und dem Rahmenprogramm findet ihr auf der Startseite der VHS Bielefeld unter www.vhs-bielefeld.de

Trailer