20. November

BRD 1979
Regie: Ulrike Ottinger
108 Min., 35mm
Mit Tabea Blumenschein, Magdalena Montezuma, Orpha Termin, Monika von Cube, Nina Hagen u.a.

Psychogramm zweier ungewöhnlicher aber auch extrem unterschiedlicher Frauen. Die eine, reich, exzentrisch, ihre Gefühle starr und maskenhaft verbergend, trinkt sich bewusst zu Tode. Die andere, arm mit festen Plätzen, einschlägiger Erfahrung mit Trinkgeldbeschaffung, trinkt sich unbewusster zu Tode. Sachverständig kommentieren die drei Damen „soziale Fragen“, „gesunder Menschenverstand“, „exakte Statistik“, die die Rolle von Schicksalsgöttinnen in einer verwalteten, technologisierten, genormten, von Massenmedien geprägten Welt spielen. Hintergrund ist Berlin, erschlossen in einer grotesken Sightseeing Tour (Trinkergeographie) und ergänzt durch authentische Beiträge von Menschen, die hier leben oder zu Gast sind.

„Bildnis einer Trinkerin“ ist Teil von Ottingers Berlin-Trilogie aus den Jahren 1979 bis 1984, und besticht nicht zuletzt durch seine kunstvoll arrangierten Szenen.
Die Schauspielerin und Künstlerin Tabea Blumenschein, mit der Ulrike Ottinger immer wieder zusammenarbeitete, wurde durch den Film zur Ikone der Westberliner Offszene.