21. August

D, F 2009
Regie: Lars von Trier
104 Min., 35mm, DF
Mit Willem Dafoe, Charlotte Gainsbourg, Storm Acheche Sahlstrøm u.a.

Ein Kind fällt aus dem Fenster und stirbt. Die Eltern sind währenddessen damit beschäftigt, Badezimmer-Sex der ausufernden Sorte zu vollführen.
Die Frau und Mutter des Kindes verfällt in tiefe Schuldgefühle und Depressionen. Ausgerechnet der Wald soll Abhilfe schaffen, soll der Frau den Umgang mit dem Schmerz erleichtern. Und dem Mann, einem Psychologen, die Möglichkeit geben, seine Frau einer Therapie zu unterziehen. Doch die Hütte im Wald entpuppt sich als Ort, an dem sich der Schmerz, die Trauer und die Problematik der Eheleute erst so richtig in sehr plakativen, psychologischen Bildern entladen können -die Natur als Kirche von Satan.

Von Trier unterteilte „Antichrist“ in die vier Kapitel „Trauer“, „Schmerz“, „Verzweiflung“ und „Die Drei Bettler“ sowie in einen Prolog und einen Epilog. Dabei soll der Film die Auseinandersetzung mit seiner eigenen Depression sein, die so tief ging, dass er auf die Kameraführung während des Filmdrehs verzichten musste, da seine Hände zu stark zitterten.

Der Film hat zu Recht ein sehr gemischtes Echo unter den Kritikern hervorgerufen. Zwar gewann Gainsbourg, die zuvor sagte, sie würde alles tun um diese Rolle zu erhalten, den Preis der besten Schauspielerin in Cannes. Doch die Kritik an dem Frauenbild und den stark plakativen Bildern des Filmes lässt sich durchaus nachvollziehen. Der Film ist dennoch eines der ehrlichsten Ergebnisse der Selbstbeobachtung und Auseinanderetzung mit einer psychischen Krankheit eines Regisseurs.

Lars von Trier quält den Zuschauer, wie im Film die Eheleute einander quälen. Perfide daran ist einmal mehr die Intelligenz seiner Manipulation, das Antiaufklärerische seiner Albtraumwelten. Erst offenbart er (s)ein krankes Frauenbild. Dann straft er es Lügen, indem er das Opfer zur Rachetat schreiten lässt.” Christian Peitz, Tagesspiegel

Trailer