10. Juli

D 2011
Regie: Hans Weingartner
117 Min., 35mm
Mit Peter Schneider, Henrike von Kuick, Timur Massold u.a.

Vor nicht allzu langer Zeit war Martin Blunt -ein hochbegabter Mathematiker- auf Karrierekurs in einem großen Unternehmen, hatte eine feste Beziehung, ein für ihn geordnetes Leben. Er arbeitete bis zur Erschöpfung – bis er zusammenbrach und die Welt in tausend Einzelteile zerfiel.
Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in der Psychiatrie kehrt Martin in seinen Alltag zurück. Doch dort erlebt er Ausgrenzung statt Anbindung. Martin isoliert sich immer mehr, und die Welt um ihn herum fängt wieder an sich aufzulösen. Obdachlos streunt er durch Berlin und am Rande der Stadt trifft er auf einen geheimnisvollen Jungen. Die beiden schließen sich zusammen und finden letztendlich Zuflucht in einem Wald. Dort beginnen sie ein neues Leben. Doch eines Tages bricht die Zivilisation wieder in Martins Leben ein…

In „Die Summe meiner einzelnen Teile“ gelingt es Weingartner durch eine eindrucksvolle, außergewöhnliche und mitreißende Inszenierung, die Zuschauer_innen immer weiter in Martins Welt folgen zu lassen und dabei die Wahrhaftigkeit der Bilder in Frage zu stellen. Dabei zwingt Weingartner nie in eine bestimmte Richtung, sondern lässt sie die Optionen und Interpretationen sich selbst erarbeiten.
Weingartner knüpft inhaltlich und thematisch an sein ebenso beeindruckendes Spielfilmdebüt „Das weiße Rauschen“ an, in dem er aus einfühlsam-kluger Perspektive von einer psychischen Beeinträchtigung erzählt. Dabei interessiert er vor allem für die möglichen gesellschaftlichen Ursachen dieser Erkrankung sowie für den repressiven Umgang des Systems mit den Betroffenen.

„Die Summe meiner einzelnen Teile“ wurde beim Deutschen Filmpreis 2012 in den Kategorien „Beste Regie“ und „Beste darstellerische Leistung – männliche Hauptrolle“ (Peter Schneider) nominiert und bekam zudem das Prädikat: Besonders wertvoll.

Trailer