24. April

OT: Cléo de 5 à 7
F, I 1962
Regie: Agnès Varda
90 Min., 35mm, s/w und Farbe, DF
Mit Corinne Marchand, Antoine Bourseiller, Dorothée Blanc, Michel Legrand, Loye Payen u.a.

Ein Mittwoch in Paris. Die Sängerin Cléo muss noch 2 Stunden auf ihren Arzttermin warten. Dieses Warten ist ein banges Warten, denn Cléo befürchtet eine schlimme Diagnose und sieht sich mit einem möglichen baldigen Endes ihres Lebens konfrontiert. Um sich abzulenken, streift sie durch die Straßen und begegnet dabei verschiedenen Menschen und Situationen und letztendlich sich selbst auf eine neue Weise…

Die französische Regisseurin, Fotografin und Autorin Agnès Varda, die 2014 mit dem Europäischen Filmpreis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde, lieferte mit ihrem zweiten Spielfilm, den sie ohne fertiges Drehbuch inszenierte, eine ästhetisch visionäre Geschichte zwischen „Cinéma vérité“ und Melodrama sowie eine atmosphärisch dichte Beobachtung des Paris der 1960er Jahre. Und Varda griff zu einem besonderen Stilmittel: die Erzählzeit ist gleich der erzählten Zeit.
Der Film verschaffte der „Nouvelle Vague“ und ihr als erste Frau dieser Filmschule Bekanntheit. Zu ihren Filmkollegen und Kolleginnen stellte sie im Film einen wunderbaren Bezug her, indem sie in einer Filmsequenz Anna Karina, Jean-Luc Godard, Émilienne Caille, Eddie Constantine, Sami Frey, Georges de Beauregard, Danièle Delorme, Yves Robert, Alan Scott und Jean-Claude Brialy auftreten liess.

Im Laufe der Jahrzehnte hat Agnès Varda immer wieder neue Erzählstrategien ausprobiert und mit Genrekonventionen experimentiert. Ihren Filmen geht es nicht um Identifikation, sie wahren eine gewisse Distanz, stören die Illusion, zeigen das Gemachte. […] Die von Varda entwickelte Methode der Cinécriture ermöglicht das Aufsammeln von Stoffen und Momenten während des Drehs, arbeitet mit Assoziationen und Zufällen zu Lasten der strikten Verfilmung eines Drehbuchs.“ Kino Arsenal, Berlin

Trailer