20. Februar

USA 1990
Regie: David Lynch
124 Min., 35mm, OF
Mit Laura Dern, Nicolas Cage, Diane Ladd, Willem Dafoe, Isabella Rossellini, Harry Dean Stanton u.a.

This whole world’s wild at heart and weird on top!“ Dieses Filmzitat von Lula bringt es auf den Punkt: Die Welt um sie herum ist geprägt von Gewalt, Tod, Wahnsinn, Verrat und Verfolgung.
Lula Pace und Sailor Ripley sind ein Liebespaar. Lulas besitzergreifende Mutter Marietta ist diese Beziehung ein großes Dorn im Auge, und sie setzt einen Killer auf Sailor an, den er aber töten kann und dafür ins Gefängnis kommt. Am Tag seiner Entlassung holt Lula ihren Sailor gegen den Willen ihrer Mutter ab. Ihre Liebe und Leidenschaft füreinander ist direkt neu entfacht, und sie begeben sich gemeinsam auf die Flucht in die vermeintliche Freiheit und Unabhängigkeit…

„Wild at Heart“ ist die Verfilmung des Romans „Wild at Heart. The Story of Sailor and Lula“ von Barry Gifford. Die bewusst überzeichneten Figuren stellen Verbindungen zu Ikonen der amerikanischen Popkultur her, die in die heutige Zeit gesetzt werden und sich dort behaupten müssen. „Lynch stellt einerseits den Retro-Charakter dieser Bezüge durch ihre Oberflächlichkeit ironisch aus, definiert ihren Gebrauch aber zugleich um, indem er sie auf einer abstrakteren Ebene wieder ernstnimmt.“ (Andreas Rauscher) Des Weiteren arbeitet Lynch mit vielen bildlichen Zitaten und Themen aus dem amerikanischen Klassiker „The Wizard of Oz“. „Auffällig ist die gegenläufige Struktur (…) Während Dorothy zurück „nach Hause“ will, flüchten Sailor und Lula aus diesem Heim, das für die beiden gar nicht mehr, allenfalls als Perversion, existiert. Steht die Heimat in „The Wizard of Oz“ noch für ein Versprechen von Glück und Geborgenheit (…), ist sie in „Wild at Heart“ nur eine weitere, eine grundlegende Hölle.“ aus: Ein postmoderner Film par excellence: David Lynchs „Wild at Heart“

Trailer