12. Dezember

GB 1960
Regie: Michael Powell
101 Min., 35mm, DF
Mit Karlheinz Böhm, Nigel Davenport, Moira Shearer u.a.
Kamera: Otto Heller

Mark Lewis, gespielt von Karlheinz Böhm, ist, geprägt durch eine traumatische Kindheit mit seinem experimentierfreudigen „Psychologen Vater“, nicht ganz der durchschnittliche Bürger geworden. Tagsüber arbeitet er in einem Filmstudio, um nachts seine erlernten Fähigkeiten zu nutzen um besonderes Bildmaterial zu sammeln. Bildmaterial, welches ihm die Angst seiner Opfer und das ihnen entweichende Leben offenbaren soll. Diese Faszination beherrscht sein Leben, privat und professionell. Bis seine junge Nachbarin sich für ihn und seine Filmarbeit zu interessieren beginnt.

Schon die Anfangsszene des Filmes schafft es, einen tief hineinzuziehen in das Gewirr aus Voyeurismus, Lust daran und Angst davor. Nicht zuletzt, weil der Film als erster Film dieses Genres die „Killer-Pov“ nutzt, den Zuschauer also direkt an die Linse der Kamera positioniert und selber zum „Peeping Tom“, zum Spanner wie es abfällig im Deutschen heißt, werden lässt.

Krankhaft, abwegig und peinlich geschmacklos“ sprach der katholische Filmdienst. Ein Urteil, welches heute einen Kassenschlager sichern würde, hatte in den Sechzigern ganz andere Auswirkungen. Der Film wurde zum perversen und abartigen Film erklärt und sollte sowohl dem Hauptdarsteller als auch dem Regisseur lange Zeit viele Türen versperrt halten. Der heutige Zuspruch für den Film entspringt nicht zuletzt auch der Fürsprache eines seiner berühmtesten Fans, Martin Scorsese, der sich um eine Wiederaufführung Ende der Siebziger bemühte.

In der heutigen Zeit wird der Film, unter anderem vom Lexikon Film, als Meisterwerk über die Lust am Voyeurismus und den Zusammenhang mit sexueller Neurose gehandelt.

Trailer