17. Oktober

OT: The Straight Story
USA 1999
Regie: David Lynch
108 Min., 35mm, DF
Mit Richard Farnsworth, Sissy Spacek, Harry Dean Stanton u.a.
Musik: Angelo Badalamenti

Als Alvin Straight (Richard Farnsworth) erfährt, dass sein Bruder Lyle (Harry Dean Stanton) einen Schlaganfall erlitten hat, will er den Streit, den beide vor 10 Jahren entzweit hatte, vergessen und sich auf den 390 km langen Weg machen, um diesen zu besuchen. Für den 73-jährigen Rentner wäre dieser Weg um einiges leichter, wenn er über einen Führerschein verfügen würde und es um seine Sehkraft besser gestellt wäre. Trotz aller Bedenken seiner Tochter (Sissy Spacek) und seines Umfeldes wagt der kauzige Rentner das Abenteuer und begibt sich mit seinem fahrbaren Rasenmäher auf diese etwas andere Odyssee.

David Lynchs „The Straight Story“ ist der wohl geradlinigste und verständlichste seiner Filme. Aber vielleicht auch einer seiner faszinierendsten. In einer Zeit, in dem Filme immer schneller erzählt und geschnitten wurden, bedient sich Lynch dem Element der „Entschleunigung“ und erzählt eine langsame Geschichte auf noch langsamere Weise, ohne jedoch zu langweilen. Gerade diese Langsamkeit gibt diesem Film, der auf einer wahren Begebenheit beruht, seinen Zauber und seine Skurrilität, die man von David Lynch gewöhnt ist.

So straight und anrührend, daß der Film in den USA von Walt Disney in den Verleih genommen wurde […] eine Selbstrevision […] Selbst wenn man den Film auf diese Weise sieht, bleibt er verstörend schön. […] Alvins Reise in den Tod vermittelt manchmal pures Glück. Aber von dem, was er zurückläßt, geht kaum ein Trost aus. […] Zu einer solchen Einfachheit in der Darstellung der menschlichen Tragödie und ihrer Komödie kommt man nicht auf geradem Weg.“ Georg Seeßlen

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