11. Juli

Iran 2006
Regie: Jafar Panahi
88 Min., 35mm, DF
Mit Sima Mobarak Shahi, Safdar Samandar, Shayesteh Irani, Ida Sadeghi u.a.

„Offside“ sei der erste Film in der Geschichte des Kinos, dessen Zustandekommen vom Ausgang eines Fußballspiels abhing. Denn hätte Iran das WM-Spiel gegen Bahrain im Juni 2005 nicht gewonnen, hätte er diesen Film nicht gedreht, erzählt Jafar Panahi ein Jahr später in Berlin.

Aber Panahi konzentriert sich nicht auf die Geschehnisse auf dem Spielfeld, sondern eher auf jene im „Abseits“. Über die simple Offensichtlichkeit des Titels hinaus, begleitet er eine Gruppe iranischer Frauen, die um jeden Preis ins Stadion wollen. Da ihnen das nach geltenden Gesetzen strikt untersagt ist, müssen sie sich eine Menge einfallen lassen, um an den Kontrollen vorbei zu kommen. Und sie geben nicht auf – was immer sie an Tricks auf Lager haben, wenden sie an, um das Spiel doch noch zu sehen. In Form einer gewitzten Komödie und mit semidokumentarischen Mitteln versteht er es, die ganze Absurdität einer künstlich aufrecht erhaltenen Geschlechtertrennung bloßzustellen.

Das Kino von Jafar Panahi wird oft als iranischer Neorealismus beschrieben. Wie auch immer man sein kraftvolles Werk einordnen mag, der beispiellose Humanismus seiner Filme steht außer Zweifel. Seine Filme sind urban, zeitgemäß und reich an allen Details, die das menschliche Leben ausmachen.

Panahi wurde mit vielen internationalen Filmpreisen ausgezeichnet und gilt als der wohl bekannteste iranische Filmemacher, der noch im Land lebt. Aktuell dreht er illegal, denn er wurde 2010 u.a. mit einem 20-jährigen Berufsverbot belegt.

„Offside“ wurde bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin 2006 uraufgeführt und gewann den Silbernen Bären.

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