18. April

OT: Turks Fruit
NL 1973
Regie: Paul Verhoeven
107 Min., 35mm, DF
Mit Monique Van De Ven, Rutger Hauer, Tonny Huurdeman, Wim Van Den Brink, Dolf De Vries, Hans Boskamp u.a.
Kamera: Jan De Bont

Der Bildhauer Eric (Rutger Hauer) findet in der verführerischen Olga (Monique Van De Ven) die „Liebe seines Lebens“. Doch die zügellose Ehe geht in die Brüche , weil Olga ihrem grenzenlosen Freiheits- und Liebesdrang nachgibt. Zufällig trifft Eric sie Jahre später wieder – in desolatem Zustand.

Anfangs könnte man glauben, es handele sich bei „Türkische Früchte“ – der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Jan Wolkers aus dem Jahr 1969 – um die harmlose Parodie eines anarchistischen Sex-and-Crime-Streifens. Doch es ist eine Tragödie. Zudem geht es dem Provokateur Paul Verhoeven darum, Tabus zu brechen und das Spießbürgertum mit drastischer Hemmungslosigkeit zu konfrontieren. Hauer und Van De Ven spielen ihre Rollen unglaublich intensiv und auf den Punkt. Sie haben Sex ohne Ende, ignorieren Autoritäten und Konventionen. Ziellos und chaotisch leben sie quietschvergnügt in den Tag hinein.

„Türkische Früchte“ ist bis heute der in seiner Heimat kommerziell erfolgreichster Kinofilm der Niederlande. Außerdem war das Werk für den Oscar nominiert und wurde in den europäischen Arthaus-Kinos größtenteils euphorisch aufgenommen.

Ein wüstes, lebendiges, exzessives und todtrauriges Liebesdrama, das sämtliche formale, inhaltliche und erzählerische Normen seiner Zeit sprengte. Ein ganz großer Film, der in den Niederlanden alle Zuseher-Rekorde gebrochen hat. Umso erstaunlicher, dass Paul Verhovens erster großer Erfolg außerhalb seiner Heimat kaum bekannt ist. Bitte diese Bildungslücke alsbald zu schließen!“ filmtipps.at