Vorfilm: Dimension Bomb

28. Februar

OT: Kōkaku Kidōtai
Japan 1995
Regie: Mamoru Oshii
82 Min., 35mm, O(engl)mU
Musik: Kenji Kawai

Major Motoko Kusanagi, ein weiblicher Cyborg mit einer menschlichen Restexistenz, jagt den sogenannten Puppet Master, einen Ghost-Hacker. Dieser ist in der Lage sich durch die allseits vernetzen Gehirne der Menschen zu hacken und sogar deren Individualität, den „Ghost“, zu manipulieren. Im Laufe der Recherche beginnt Motoko an den Grundlagen ihrer eigenen Existenz zu zweifeln. Sie spürt, dass das Zusammentreffen mit dem Ghost-Hacker, der zunehmend vielmehr als Software denn als menschliches Wesen erscheint, ihre Bestimmung sein kann. Doch nicht nur Motoko jagt den Geheimnisvollen…

Die Animation ist großartig, die Bewegungen und die Hintergründe sind fast beängstigend real. Absolut beeindruckend. Wirklich grandios ist aber, wie Regisseur Mamoru Oshii es schafft, trotz der dicht gedrängten Handlung dem Film phasenweise einen fast meditativen Charakter zu verleihen, der exzellent zu den universellen Fragestellungen passt. Oshii geht aber noch weiter und nutzt diese Stimmungsgemälde gezielt, um den Erzählfluss zu steuern und dem Zuschauer Pausen zum Nachdenken und Innehalten zu bieten, in denen zugleich die in ihrer Schlichtheit umso mitreißendere Musik Kenji Kawais ihre ganze Wirkung entfalten kann.

Die Stimmung der Stadt, der Panoramen ist sehr düster und klaustrophobisch. Das große Vorbild war unverkennbar „Blade Runner“, was Oshii bestätigte: Er verehrt den Klassiker selbst als unerreichbaren Meilenstein der Science Fiction. Mittels der besonderen Abstraktionsmöglichkeiten der Anime sowie ungewöhnlicher Perspektiven, Zeitlupeneffekte und der seltsamen Fremdartigkeit der Stadt, erreicht „Ghost in the Shell“ einen ausgeprägten, ganz eigenen Surrealismus, wie er in einem Realfilm niemals möglich wäre. Kein Wunder, dass sich die Wachowski-Brothers für „Matrix“ hier nicht nur die Titelsequenz mit den grünen Symbolreihen abgeguckt haben.

(Japankino)

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Dimension Bomb

Japan 2009
Regie: Kōji Morimoto
20 Min., DVD, OmU

„Dimension Bomb“ ist ein Feuerwerk an faszinierender Trickfilmkunst und eindrucksvollen, (alb-)traumhaften Bildern einer apokalyptischen Szenerie, die die Zuschauer_innen zwischen Schrecken und Faszination in ihren Bann ziehen.

Der Film wurde im Rahmen der Kurzfilm-Compilation „Genius Party Beyond“ in dem vielfach preisgekrönten Anime-Studio „4°C“ produziert, das 1986 von Morimoto mitbegründet wurde. Der Name des Studios bezieht sich darauf, dass Wasser bei 4°C die höchste Dichte hat, und ist damit eine Anspielung darauf, in den Werken möglichst viele Ideen konzentrieren zu wollen.