14. Februar

OT: Shichinin no samurai
Japan 1954
Regie: Akira Kurosawa
158 Min., 35mm, s/w, DF
Mit Takashi Shimura, Toshiro Mifune, Yoshio Inaba, Seiji Miyaguchi, Minoru Chiaki, Daisuke Kato u.a.

„Wir haben gesiegt. Und trotzdem haben wir verloren.“

Japan im 16. Jahrhundert. Ein Bauerndorf will sich gegen marodierende Banden zur Wehr setzen: Sie engagieren sieben Samurai als Schutztruppe, um es mit den Feinden aufzunehmen und ihr Hab und Gut zu verteidigen. Aus deren Langeweile und Ruhmsucht wird bald aufrichtige Solidarität mit den unterdrückten Bauern.

Neben seiner präzisen Charakterzeichnungen besticht dieser unvergleichliche Film durch seine visuelle Brillanz. Eine ungewöhnliche Schärfentiefe erhöhte die Ausdruckskraft des kontrastreichen Schwarz-Weiß-Bildes. Ruhige Phasen der Kontemplation und schnell geschnittene, dynamische Momente des Kampfes verschmelzen hier auf symbiotische Weise. Für die besonders dramatischen Momente des Tötens verwendet Kurosawa die Zeitlupe, eine Prinzip, dass Sam Peckinpahs bahnbrechender Western „The Wild Bunch“ merklich beeinflusste. Für „Die glorreichen Sieben“ (Remake) hat sich Kurosawa übrigens bei John Sturges bedankt – mit einem japanischen Zeremonie-Schwert. Auch Melville („Der eiskalte Engel“), Jarmusch („Ghost Dog“) und Tarantino („Kill Bill Vol.1+2“) haben sich an Kurosawas Samurai-Filmepos orientiert.

Vielleicht war deshalb „Die sieben Samurai“ sein schönster Film, die Geschichte vom Sieg des Pfluges über das Schwert, der bäuerlichen über der ritterlichen Welt. In einer der bewegendsten Szenen des Film sieht man nur, wie der Reis angebaut wird, liebevoll, mühselig, demütig. Kurosawa, der sich selbst als ,humanistische Heulsuse‘ bezeichnete, brachte den Krieg nie um seiner selbst willen auf die Leinwand. Der Meister der Schlachtgemälde hasste die Schlacht.“ Die Zeit

1954 gewann der Film den „Silbernen Löwen“ in Venedig. Im selben Jahr wurde er für zwei Oscars nominiert.

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