31. Januar

DDR 1980
Regie: Konrad Wolf
102 Min., 35mm
Mit Renate Krößner, Alexander Lang, Heide Kipp, Dieter Montag u.a.

Der Film erzählt von der eher mittelmäßigen Schlagersängerin Ingrid Sommer, genannt Sunny, die mit einer Band, den Tornados, und anderen Unterhaltungskünstlern durch die DDR-Provinz tingelt, bei Festen und in Clubhäusern auftritt. Das Publikum ist von Sunny nicht unbedingt begeistert – auch sie selbst nicht von ihrer Situation. Ingrid Sommer träumt von einem anderen Leben. Von Respekt und Anerkennung. Beides bleibt jedoch nicht nur in beruflicher Hinsicht aus, auch im Privatleben erlebt Sunny Rückschläge und Enttäuschungen. Doch sie kämpft weiter. Konsequent fordert sie ihr Recht ein, endlich als jemand zu gelten – und zwar so wie sie nun mal ist. Auch dann noch, als sie an ihrer Umwelt zu verzweifeln droht und fast an ihren Ansprüchen. […]

[Solo Sunny] erzählt eine höchst universelle, letztlich zeitlose Geschichte. Ob DDR, BRD, USA, ob 1979 oder 2012 – den Konflikt zwischen dem brennenden Bedürfnis nach eigener Individualität und dem Druck gesellschaftlicher Erwartungen konnte und kann vermutlich jeder nachvollziehen. Jeder will doch sein Solo haben, niemand unbeachtet in der Masse untergehen. Vielleicht gilt dies heute mehr denn je. […]

Konrad Wolf hat einmal gesagt: „Seitdem ich mit der Filmarbeit in Berührung kam, (…) suchte ich mein Thema. Dieses Thema muss gefunden werden, da man als Künstler die herrliche, aber außergewöhnlich verantwortungsvolle Möglichkeit hat, sich an tausende, ja Millionen Menschen zu wenden. Man muss also diesen Menschen etwas zu sagen haben, etwas Wichtiges, etwas im Herzen Brennendes.“ Selten hat Konrad Wolfs Herz so schön gebrannt wie in Solo Sunny, dieser so kraftvollen, so komischen, so schmerzlichen und so berührenden Hymne an das selbstbestimmte Leben.

Timo Gößler