3. Januar

OT: Marathon Man
USA 1976
Regie: John Schlesinger
125 Min., 35mm, DF
Mit Dustin Hoffman, Laurence Olivier, Roy Scheider u. a.

Es sind zwei Dinge, auf die sich das Leben des zurückgezogenen jüdischen Geschichtsstudenten Thomas „Babe“ Levy konzentriert, der in einer kleinen Behausung in New York City wohnt: Seine Dissertation über die jüngere US-amerikanische Historie sowie sein regelmäßiges Training für die Teilnahme an einem Marathon-Lauf. In Gedanken nur allzu häufig mit dem schwerlastigen Tod seines Vaters beschäftigt, der unter den Repressalien der so genannten McCarthy-Ära litt, wird der ahnungslose Babe in die dubiosen Geschäfte des ehemaligen KZ-Arztes Christian Szell verwickelt, an denen offensichtlich auch sein Bruder „Doc“ Levy beteiligt ist, und auch die hübsche Elsa Opel, in die sich Babe verliebt, hat anscheinend etwas zu verbergen …

Die durch Undurchsichtigkeiten und ansteigende Angst geschickt aufgebaute Spannung vor dem Szenario politisch-krimineller Intrigen vermag es ganz hervorragend, den Zuschauer über die gesamte Länge von zwei Stunden hinweg zu fesseln. Dustin Hoffman als zunächst furchtsamer, ohnmächtiger Einzelkämpfer, der im Verlauf der Entwicklungen notgedrungen über sich hinaus wächst, brilliert in seiner Rolle ebenso wie Laurence Olivier als gnadenloser Nazi-Scherge, den die Gier nach von NS-Opfern geraubten Diamanten aus seinem Versteck in Südamerika lockt. Der Marathon Mann, der seinerzeit äußerst erfolgreich in den Kinos lief und mit einigen Nominierungen bis hin zum Oscar für Laurence Olivier und Filmpreisen wie einem Premio David di Donatello für Dustin Hoffman und einem Golden Globe für Laurence Olivier ausgezeichnet wurde, zählt zu jenen zwar historisch konkret verorteten, nichtsdestotrotz aber auch Jahrzehnte darüber hinaus noch faszinierenden Filmen, die sich dem Publikum ihrer Generation tief ins Gedächtnis gebrannt haben.

Marie Anderson

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