22. November

OT: Ninotchka
USA 1939
Regie: Ernst Lubitsch
110 Min., 35mm, DF, s/w
Mit Greta Garbo, Melvyn Douglas, Ina Claire, Bela Lugosi u.a.
Drehbuch: Charles Brackett, Billy Wilder

Buljanoff, Iranoff und Kopalski haben einen Auftrag: sie sollen im Namen des Sowjetvolkes den Schmuck einer vor der Revolution geflüchteten Großherzogin verkaufen – beim Klassenfeind in Paris. Die Nachrichten, die von dort nach Moskau gelangen, lassen allerdings befürchten, die drei Genossen könnten dem Charme des Kapitalismus erlegen sein. Empört schickt Moskau daraufhin die schöne Sonderbeauftragte Ninotschka (Greta Garbo) nach Paris, die gegen kapitalistische Verlockungen völlig gefeit zu sein scheint. Doch Genossen sind eben keine Maschinen, und Ninotschka lernt einen Grafen (Melvyn Douglas) kennen, der, ohne dass sie es weiß, in den Fall verstrickt ist – und ihr obendrein Avancen macht. Doch sie hält die Liebe für einen völlig überbewerteten biologischen Vorgang – noch.

Ernst Lubitschs Meisterwerk war Garbos einzige Komödie. Vielleicht gilt der bezaubernde Lachanfall, den sie als sowjetische Geheimagentin bekam, gerade deshalb als einer der hinreißendsten Momente der Filmgeschichte. Nicht umsonst lautete der Werbeslogan der MGM „Die Garbo lacht“. Außerdem ein atemberaubendes Schauspiel, wie sich die Garbo unter dem Einfluss von Douglas von einer eisigen Kälte zur Ausgelassenheit hin bewegt.

„Der lustigste Film, den ich je gesehen habe. So lustig, dass ich in die Hand meiner Freundin gepinkelt habe“, hat ein Zuschauer nach einer der ersten Testvorführungen von „Ninotschka“ auf seinen Bewertungszettel geschrieben. Ganz ohne Zweifel: Bis heute hat Lubitschs Parabel über Kapitalismus, Kommunismus und Liebe nur wenig von ihrer Komik eingebüßt und auch sonst noch die eine oder andere ehrliche Feststellung über den Willen des Geistes und die Schwäche des Fleisches zu bieten.

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