13. September

OT: Le samouraï
F/I 1967
Regie: Jean-Pierre Melville
98 Min., 35mm, DF
Mit Alan Delon, Francois Perier, Nathalie Delon, Cathy Rosier, Catherine Jourdan u.a.

Es gibt keine größere Einsamkeit als die des Samurai, es sei denn die eines Tigers im Dschungel.“ Bushido: Das Buch des Samurai

Jeff Costello (Alain Delon) ist Berufskiller. Ohne mit der Wimper zu zucken, bläst er einem Nachtclubbesitzer das Lebenslicht aus. Und routiniert verschafft er sich ein lupenreines Alibi. Der Kommissar (François Périer) ist von Costellos Schuld zwar überzeugt, muss ihn aber wieder laufen lassen. Als Costello sein Honorar kassieren will, versuchen die Auftraggeber, ihn aus dem Weg zu räumen. Von Polizei und Gangstern gejagt, gerät der Killer immer mehr in die Defensive…

Jean-Pierre Melville zeigt einen Mann ohne besondere Eigenschaften, einen kühlen Killer, dessen Gesichtsausdruck sich kaum einmal verändert, der nur so viel redet, wie er es gerade einmal für nötig hält, der eiskalt tötet, Leute, die er nicht kennt. Alain Delon spielt diesen Mann aber nicht nur wie einen skrupellosen Berufskiller. Jeff Costello ist tatsächlich so etwas wie ein moderner Samurai, der zwar nicht einem Herrn treu dient, sondern jedem, der ihn bezahlt, aber im Grunde eine ähnliche Mentalität an den Tag legt.
Alain Delon erlebt mit der Verkörperung des eiskalten Engels die Anerkennung als Kultstar des Gangsterfilms, als letzter Held des „film noir“. Für Regisseur Melville wird dies der kommerzielle Durchbruch, übertroffen nur vom atmosphärisch ähnlichem Film „Vier im roten Kreis“ (F 1970).