21. Juni

OT: Tystnaden
S 1963
Regie: Ingmar Bergman
95 Min., 35mm, DF
Mit Ingrid Thulin, Gunnel Lindblom, Håkan Jahnberg, Jörgen Lindström u.a.

Die beiden Schwestern Ester und Anna sowie Annas Sohn Johan werden während einer Reise durch eine Krankheit Esters gezwungen, in einem in einer fremden Stadt, deren Einwohner_innen eine unverständliche Sprache sprechen, liegendem Hotel ein Zimmer zu beziehen. Während Ester im Hotel vor sich hinvegetiert, gibt sich Anna in der Stadt sexuellen Ausschweifungen hin. Immer wieder kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Schwestern…

Ingmar Bergmans „Das Schweigen“ träumt die alptraumhafte Vision von der beklemmenden Entfremdung der beiden ungleichen Schwestern Ester und Anna, die in einem surrealen, labyrinthisch erscheinenden Hotel versuchen, aus einer paralysierenden Illusion auszubrechen und den unüberwindbaren Konflikt zwischen Liebe und Hass, Verstand und Gefühl, sozialer Abhängigkeit und individueller Selbstverwirklichung, kaum noch zu unterdrückender Lebenslust und dem sich anschleichenden Todeskampf auf beängstigende Weise miteinander austragen.

Beeindruckend ist an diesem Film das virtuose Verschmelzen aus präziser Inszenierung, stilvoller Fotographie und der physischen Präsenz der Schauspieler, was in Kombination eine übermächtige Körperlichkeit auf der Leinwand zum Ausdruck bringt, die ebenso wie die Psyche durch die ästhetischen Nahaufnahmen von Sven Nykvist schonungslos seziert wird. Die starren tiefenscharfen Totalen werden zum düsteren Sinnbild für die soziale Kälte zwischen den Schwestern.

Leiser Psychoterror in Schwarz/Weiss.

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