14. Juni

OT: Andy Warhols Hollywood
USA 1972
Regie: Paul Morrissey
96 Min., 35mm, DF
Mit Joe Dallesandro, Sylvia Miles, Andrea Feldman u.a.
Musik: John Cale

Joey Davis, ein abgehalfteter aber blendend aussehender Ex-Kinderstar, jagt dem großen Comeback in Hollywood nach und zieht unter der gleißenden Sonne Kaliforniens in Lydias schäbiges und bizarres Motel ein. Dort leben noch ein paar andere spezielle Persönlichkeiten, darunter Jessica mit ihrer Freundin Bonnie und ihrem kleinen Sohn. Jessica erkennt Joe sofort, weil ihre Mutter, Sally Todd, früher eine Gastrolle in der populären Serie „The Big Ranch“ hatte, in der Joe eine tragende Rolle spielte. Sally war früher ein mehr oder weniger erfolgreicher Filmstar, mittlerweile reduziert sich ihre Arbeit in Hollywood auf die Moderation von Spielshows und sie versucht ihre schillernde Vergangenheit in einer pompös-kitschigen Prunkvilla zu konservieren. Jessica will Joe unbedingt mit Sally bekannt machen, da sie so hofft, dass diese mehr Geld für sie springen lässt. Joey und Sally beginnen eine Liaison. Er nutzt ihre Kontakte und Zuneigung für seine Zwecke aus. Sie überträgt ihre vergeblichen Ambitionen, an ihre alten Zeiten anzuknüpfen, auf den ehemaligen Kinderstar.

„Heat“ bildet nach „Flesh“ (1968) und „Trash“ (1970) den letzten Teil der „Kommerz-Underground“-Triologie von Andy Warhol und Paul Morrissey, mit der die beiden Künstler auf zynische Weise Tabus brachen, da sie zur Zeit ihrer Entstehung und ihrer Erstauswertung den herrschenden Normen widersprachen: den offiziellen Zensurvorschriften, dem Geschmack der etablierten Filmkritik, den dominierenden politischen Grundströmungen.
Innerhalb von zwei Wochen abgedreht, brachte der Low Budget Film allein in den USA zwei Millionen Dollar ein und avancierte zum Kultfilm.
Joe Dallesandro avancierte mit den Warhol-Filmen zum avantgardistischen Superstar des Underground.

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