17. Mai

F/I 1963
Regie: Jean-Luc Godard
100 Min., 35mm, OmU
Mit Brigitte Bardot, Michel Piccoli, Jack Palance, Georgia Moll, Fritz Lang, Jean-Luc Godard, Linda Véras u.a.

Basierend auf dem gleichnamigen Roman des italienischen Schriftstellers Alberto Moravia (1907-1990), erzählt „Die Verachtung“ vom Drehbuchautor Paul (Michel Piccoli), welcher vom Hollywood-Produzenten Mr. Prokosh (Jack Palance) engagiert wird. Er soll das Drehbuch zu dem Film „Odysseus“ überarbeiten, um den kommerziellen Erfolg zu sichern. Inszeniert werden soll „Odysseus“ von Fritz Lang, der sich selbst spielt, und dessen Inszenierungsstil Prokosh nicht zusagt. „Die Verachtung“ erzählt, oberflächlich betrachtet, das Scheitern der Ehe von Paul und Camille (Brigitte Bardot) und warum diese Verbindung scheitern muss. Gleichzeitig zeigt der Film aber auch das Scheitern der Wirklichkeit an der Illusion.

Godards Film ist eine raffinierte, vielschichtige Satire auf das Filmgeschäft. Er offenbart seinen inszenatorischen Reichtum nicht in einer spektakulären Handlung, sondern in einer Vielzahl von Zitaten und Anspielungen, Dopplungen und Brechungen, die ihn zu einem faszinierenden Dokument unermüdlicher Selbst-Reflexion machen. Gleichzeitig zeigt Godard mit dem dialoglastigen, artifiziellen Film seine Verachtung für Hollywood.

Nachdem Godard mit seinem ersten Film „A Bout de Souffle“ für erhebliches Aufsehen gesorgt hatte, schwebte dem Produzenten Carlo Ponti mit „Le Mépris“ ein kommerziell erfolgreicher Film unter der Regie Godars vor. Godard ließ sich auf den Handel ein und drehte 1963 „Le Mépris“ mit Brigitte Bardot, Michel Piccoli, Jack Palance und Fritz Lang in den Hauptrollen. Godard orientierte sich dabei nicht wie von seinen Geldgebern erhofft am Geschmack des breiten Publikums. Daraufhin forderte Ponti von Godard, nachträglich noch Nacktszenen von Brigitte Bardot einzufügen, was Godard auf die ihm eigene Art und Weise dann auch tat. So wurde der Film, der durch teures Staraufgebot und Cinemascope-Format stark auf den amerikanischen Markt ausgerichtet war, nicht der erhoffte kommerzielle Erfolg.

Die Kameraarbeit bei „Le Mépris“ übernahm Raoul Coutard, die Musik komponierte Georges Delerue.

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