03. Mai

D 2011
Regie: Rainer Kirberg
105 Min., DVD
Mit Jakob Diehl, Natalie Krane, Christoph Bach, Erwin Leder u.a.

**Bielefeld-Premiere mit Regisseur und Produzentin**
Regisseur Rainer Kirberg und Produzentin Caroline Kirberg werden am Filmabend anwesend sein. Das Gespräch moderiert Filmwissenschaftler Michael Girke.

Düsseldorf, Anfang der 1970er Jahre. Der junge, introvertierte Beuys-Schüler Hans experimentiert mit portablen Videosystemen zu einer Zeit, als sich das Medium zu einem wichtigen Mittel der Performance-Kunst ausformt. Er lernt Ruth kennen, eine jugendliche Streunerin, die in einem Stadtpark lebt. Fasziniert von ihr, macht er Ruth zum Motiv seiner Arbeit und nimmt sie bei sich auf. Ruth wächst bald in die Künstlerszene um Hans hinein, sie nimmt einen Job als Aktmodell an der Akademie an. Hans aber misstraut ihrem neuen Leben. Für ihn bleibt sie das rätselhafte, verirrte Mädchen, in das er sich insgeheim verliebt hatte, ein Sujet, das er mit niemandem teilen will. Eifersüchtig auf seinen besten Freund Philipp, sperrt er Ruth im Atelier ein, um – wie er glaubt – im Reagenzglas der Kunst ihr Geheimnis zu erforschen. Mit diesem Experiment geraten ihm Kunst und Leben unauflösbar durcheinander.

Der auf ungewöhnliche Weise gemachte Film stellt sich als aus dem Videomaterial von Hans montiert dar. Hans, quasi an der Stelle des Filmemachers, erweist sich schnell als ein begabter und einfallsreicher Selbst- und Welterforscher – mit dem entsprechenden Hang zum Wahnsinn. Die Kamera entpuppt sich dabei auch als Machtinstrument eines autoritären Charakters, sodass neben zärtlichen und komischen Momenten der Horror ins Spiel kommt, als die Beziehung zu Ruth sich zum grausamen Zweikampf zu entwickeln beginnt. Mit scheinbarer Leichtigkeit balanciert der Film die verschiedenen Elemente seiner Erzählung. So wird das fiktive Video-Relikt und Zeitdokument zum Künstler- und Kunstporträt und gleichermaßen zur Geschichte einer Amour Fou.“ Lous Vazquez, filmgazette.de

Ein echter Geheimtipp auf der diesjährigen Berlinale.“ Timo Stein, Cicero

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