24. Mai

D 2002
Regie: Angela Christlieb, Stephen Kijak
80 Min., 35mm, OmU
Mit Jack Angstreich, Eric Chabourne, William Heidbreder, Roberta Hill und Harvey Schwartz

Kino ist toll, doch für Jack, Roberta, Eric, Harvey und Bill ist Kino einfach alles. Bis zu acht Filme schauen sie sich jeden Tag an. Wie sie am effektivsten und schnellsten von Kino zu Kino kommen, wird von ihnen minuziös geplant, denn sie wollen keine Sekunde verpassen. Das ist Liebe! Doch für die fünf New Yorker_innen, die von den Filmemacher_innen Christlieb und Kijak einige Zeit begleitet wurden, ist diese Liebe wahrlich eine Obsession. Ihre Leidenschaft läßt sie zu Tänzer_innen zwischen ihrer oft traurigen Realität und der geliebten filmischen Fiktion werden. Zum „wahren Leben“ haben sie längst den Bezug verloren, denn ihre Leidenschaft ist gleichzeitig ein Vollzeit-Job, der keinen Platz für andere Dinge läßt und sie wirtschaftlich ständig an den Rand der Existenz führt.
Böse Zungen würden sie Freaks nennen, diese Cinemaniacs, doch die Dokumentation schließt sich diesem populistischen Tenor nicht an. Ohne selbst zu kommentieren beobachtet „Cinemania“ und verfällt nicht der Versuchung seine Probanden zu verspotten, dabei wäre dies ein einfaches Unterfangen, denn die Klischees, die man glaubt zu kennen, wenn es um Menschen geht, die ihre Leidenschaft obsessiv ausleben, sind hier mehr als deutlich zu erkennen. Aber die Doku will nicht wissen, wie es sich anfühlt, so am (angeblichen) Rande der Gesellschaft, sondern ist viel mehr daran interessiert, was denn nun das große Faszinosum des Kinos ist.

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