26. April

D 1944-1945
Regie: Helmut Käutner
99 Min., 35mm
Mit Hannelore Schroth, Gustaf Knuth, Carl Raddatz, Hildegard Knef u.a.

„Unter den Brücken“ erzählt von Hendrik und Willi, zwei Binnenschiffern, die mit ihrem Kahn „Liese-Lotte“ auf der Havel unterwegs sind. Doch eigentlich haben sie genug davon, an den schönen Mädchen, die von den Brücken winken, immer nur vorbeizuziehen. Irgendwann da oben stehen und am selben Ort bleiben – das ist Leben. Eines Tages landet wie eine im Meer aufgelesene Nixe die betrübte Anna auf ihrem Kahn. Die beiden Männer sind verliebt. Aber so einfach enden solche Geschichten natürlich nie.

Makellos ist die Kameraarbeit, die den Film zu einer einzigen Etüde in Licht und Schatten macht. Von den Bildern des Vorspanns, die in gewagten Schrägen himmelwärts die Fahrt unter Brücken zeigen, bis zur Szene einer großen Aussprache im Ruderboot. Das Licht streichelt über die Gesichter mit einer ungeahnten Sinnlichkeit. Mal betont es nur die Augen, mal umgarnt es ein Profil, zumeist zeugt es von einer liebevollen Weichheit in der Inszenierung.

Mit dieser unpathetischen „Komödie des Alltäglichen“ schuf Käutner in den letzten Monaten des NS-Staats einen Film, der den offiziellen Lebensmaximen gänzlich widersprach. Er ist durchflutet von einem lyrischen Realismus, der sich den atmosphärischen Stimmungen öffnet, um intimes Glück und zweckfreie Freundschaft ins Bild zu setzen. Momente poetischer Klarheit und privater Solidarität, fernab von den Heroismus- und Durchhalteparolen seiner Entstehungszeit, machen „Unter den Brücken“ zu einem berührenden Plädoyer für ein privates, auf zwischenmenschlichen Beziehungen gegründetes Leben – und zu einer Absage an alles Totalitäre.“ Lexikon des deutschen Films

„Wir lebten verträumt neben der Zeit und lenkten uns durch die Arbeit von all dem Schrecken ab“, erzählte Käutner später und schuf diese unglaublich dichte, atmosphärische Romanze voller filmischer Einfälle und vor allem voller Leichtigkeit, Zartheit und Poesie.“ kino-zeit.de