12. April

BRD 1989
Regie: Thomas Schadt
88 Min., DVD
Mit KREATOR u.a.

Die Kult-Doku “Thrash Altenessen” wurde 1989 in der ARD gesendet und glänzt mit „schönen“ bewegten Bildern aus dem Essener Norden. Sie zeigt den Alltag von Jugendlichen mitten im Strukturwandel des Ruhrgebiets in den 80er Jahren. Mittendrin: Die einzige Band, die es aus Essen wirklich zu Weltruhm gebracht hat: KREATOR. In der Metal-Szene seit zwei Jahrzehnten vergöttert, finden sie im biederen Essener Musikalltag kaum Beachtung. Keine anderen Künstler aus dem Pott haben das Leben zwischen Kohle und Stahl besser in der Welt repräsentiert als sie. Sie haben mehr als 2 Millionen Platten verkauft und touren regelmäßig durch Nord- und Südamerika, Asien,… bis heute!

Schadts Film strotzt nur so vor Zeit- und Lokalkolorit. Junge Thrasher, als auch deren Umfeld, Eltern etc., reden ungekünstelt und frei von der (gebeutelten) Leber weg aus ihrem Leben, was das Phänomen Thrash-Metal in unmittelbaren Bezug zu seiner Umwelt setzt, deren Produkt es letztendlich ist. Mit KREATOR-Frontmann Mille wird kein einziges Gespräch gezeigt, aber seine Songs kommentieren das Umfeld und spiegeln die Sicht junger, rebellischer Ruhrpottchaoten auf die Welt wider. Sie sprechen für sich selbst. Viele Interviews und Statements wirken dabei ob ihrer Unbedarftheit unfreiwillig komisch, dennoch bekommt man kaum das Gefühl, dass die Gesprächpartner vorgeführt und der Lächerlichkeit preisgegeben werden sollten. Sie wirken sympathischer und authentischer als abgezockte Medienheinis und Promotionprofis und verleihen dem Film seinen Charme.

Dat is echter Ruhrpott im Achtziger-Style! Unschlagbar mit knatschengen Jeans, langen fettigen Malocher-Metal-Matten und einem Einkaufswagen als Grill in einer Schrebergartensiedlung.“
 internet blog