01. März

D 1931
Regie: Leontine Sagan
98 Min., 35mm, s/w
Mit Hertha Thiele, Dorothea Wieck, Gertrud de Lalsky u.a.

Deutschland, Anfang der 1920er Jahre.
Die 14-jährige Offizierstocher Manuela von Meinhardis wird nach dem Tod ihrer Mutter auf ein Mädcheninternat nach Potsdam geschickt. Der strenge preußische Drill und das Fehlen jeglicher Wärme und Zuneigung machen es dem sensiblen Mädchen schwer, sich unterzuordnen. Einziger Lichtblick ist die verständnisvolle und bei allen beliebte Lehrerin Fräulein von Bernburg. Als sich Manuela in die junge Frau verliebt und ihre Zuneigung nach einer Theaterführung offen ausspricht, löst sie einen Skandal aus, der bittere Konsequenzen zur Folge hat …

Das einfühlsame Portrait von Regisseurin Leontine Sagan und Autorin Christa Winsloe erregte weltweit großes Aufsehen und avancierte zu einem der erfolgreichsten frühen deutschen Tonfilme. Der Film wurde international herausgebracht und war vor allem in Japan und den USA sehr erfolgreich, aber auch in Frankreich, Großbritannien und Mexiko. Die 23-jährige Hertha Thiele wurde durch diesen Filmauftritt kurzzeitig zum Star. Dorothea Wieck bekam aufgrund ihrer intensiven Darstellung einen Vertrag mit der US-Produktionsfirma „Paramount“.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde „Mädchen in Uniform“ verboten und nur zur Vorführung im Ausland zugelassen. Das lesbische Thema wog bei diesem Verbot vermutlich weniger schwer als die Darstellung preußischer Unbarmherzigkeit und die Kritik an Autorität und Disziplin.
„Mädchen in Uniform“ ist der erste Film in der deutschen Filmgeschichte, der von den beteiligten Filmschaffenden koproduziert wurde. Die Berliner Firma „Deutsche Film-Gemeinschaft“ wurde eigens für diesen Film gegründet und danach wieder aufgelöst.
Ungewöhnlich für die Zeit ist die ausschließlich weibliche Besetzung des Films, und die Zusammenarbeit von zwei Frauen in den Schlüsselfunktionen Regie und Drehbuch.

Géza von Radvány drehte 1958 ein deutlich abgemildertes Remake mit Romy Schneider.