08. März

OT: Ha-Kala Ha-Surit
Israel, F, D 2004
Regie: Eran Riklis
97 Min., 35mm, OmU
Mit Hiam Abbass, Makram & Clara Khoury u.a.

Für den israelischen Regisseur E. Riklis ist das Leben voll von Grenzerfahrungen: man ist mit Grenzen konfrontiert, man überschreitet sie, und man muss die Konsequenzen dieser Handlungen tragen. So geht es auch der Braut Mona, die in einem kleinen Dorf auf den israelisch besetzten Teil der Golanhöhen lebt, direkt an der syrischen Grenze. Den Bräutigam suchte ihre Familie für sie aus und bisher kennt sie ihn nur aus dem Fernsehen. Sie wird ihn am Tag ihrer Hochzeit an der israelisch-syrischen Grenze treffen und mit ihm nach Syrien gehen. Mit dem Grenzübertritt verliert sie allerdings auf Lebzeiten das Recht israelisches Territorium zu betreten. Insofern wird der Hochzeitstag zum Katalysator und Gradmesser nicht nur physischer und politischer Grenzen, sondern es geht auch um innere – familiäre, religiöse, emotionale – Schranken und ihre Überschreitung.

Der Film wagt einen tieferen Blick in eine Region, die unter Feindseligkeit, Gleichgültigkeit und absurder Bürokratie leidet. Riklis arbeitete mit der palästinensisch-israelischen Drehbuchautorin Suha Arraf zusammen, um die Gratwanderung der Frauen zwischen Familie, Tradition und Grenzen besser beleuchten zu können. Arraf gilt als fundierte Kennerin der arabischen und drusischen Welt mit modernem, progressiven Standpunkt. Es gelang eine Darstellung der weiblichen Perspektive, die im israelischen Kino Seltenheitswert hat.

Für Peter Zander ist es ein „“bewegendes Werk““ und auch ein Emanzipationsfilm. Denn er zeichnet „“ein sehr realistisches Bild sehr surrealer Verhältnisse. In denen (…) die Männer trotzig auf ihren Positionen beharren, während die Frauen sanfte, kleine Veränderungen wagen. (…) mit Grenzüberschreitungen im realen wie im übertragenen Sinn.“ Berliner Morgenpost