08. Februar

OT: The Big Sleep
USA 1946
Regie: Howard Hawks
114 Min., 35mm, OmU
Mit Humphrey Bogard, Lauren Bacall, Martha Vickers, John Ridgely u.a.
Buch: Raymond Chandler, William Faulkner

Der greise General Sternwood ruft Privatdetektiv Philip Marlowe zu sich: Er wird mit den Schuldscheinen seiner kindlich-lasziven Tochter Carmen erpreßt. Als Marlowe mit seinen Nachforschungen beginnt, entdeckt er schnell, daß beide Töchter des Generals auf vielfache Weise mit der Unterwelt der Stadt in Beziehung stehen und in mehrere Morde verstrickt sind. Marlowe gerät in ein Netz aus Korruption, Erpressung und Gier, in dem die menschlichen Bande zunehmend außer Kontrolle geraten, als er eine intime Auseinandersetzung mit Sternwoods Tochter Vivian gerät.

„The Big Sleep“ ist wohl der bekannteste „film-noir“-Klassiker. Raymond Chandlers erster Roman wurde von Howard Hawks („His Girl Friday“, „Rio Bravo“) und William Faulkner perfekt umgesetzt, obwohl laut Bacall’s Autobiographie niemand die Vorlage bis ins letzte Detail verstanden hat. Der Film transportiert aber gerade die beabsichtigte Unklarheit darüber, wer nun wen ermordet hat. Einerseits das für den „film noir“ typische Gefühl einer unüberschaubaren aus einem Dschungel von Lügen bestehenden Welt, und andererseits die Indifferenz, mit der sie ihren Kurs wie im „Schlaf“ verfolgt, ungeachtet der Morde und Intrigen. Marlowe kann nur wenig Licht in dieses Dickicht werfen und begegnet der Welt, wie auch einige andere Akteure, mit lakonischem Galgenhumor.

„The Big Sleep“ ist aber auch eine Liebesgeschichte, die durch die für ’46 gewagten, genialen Wortgefechten zwischen Marlowe und Vivian Sternwood, vor allem aber durch die tatsächlich zwischen Bogart und Bacall existierende erotische Spannung besticht. Ein halbes Jahr nach den Dreharbeiten haben Bogart und Bacall geheiratet.

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