01. Februar

OT: La Science des rêves
F 2005
Regie: Michel Gondry
105 Min., 35mm, OmU
Mit Gael García Bernal, Charlotte Gainsbourg, Alain Chabat, u.a.

Stéphane ist ein begnadeter Träumer, hat den Kopf voll neuer Ideen und ist gerade aus Mexiko in Paris gelandet. Er zieht in die Wohnung seiner Mutter, in der er seine Kindheit verbracht hat. Angeblich soll in Paris ein toller Job in einer kleinen Agentur auf ihn warten. Stéphane ist voller Hoffnung, dass er den von ihm entworfenen Comic-Kalender veröffentlichen kann. Doch seine Kreativität ist in der Agentur nicht im Geringsten gefragt. Die Welt wird für Stéphane immer grauer. Er überlässt sich mehr und mehr seinen Träumereien, die ihn verzaubern und in ganz andere Welten befördern. In seinem bunten Pappmaché-Universum ist er der Held. Er ist Rockstar. Er ist Fernsehmoderator. Er ist Architekt. Er ist alles. Aber ganz anders, als die Anderen. Und das ist gut so.
Die Bekanntschaft mit Stéphanie, seiner Flurnachbarin, bringt Veränderung, denn Stéphanie ist „nicht langweilig wie alle anderen“. Wie er selbst verliert sie sich gerne in verrückten Universen, bastelt und erfindet Gegenstände in ihrer Freizeit. Wenn sie gemeinsam Wälder in kleine Boote bauen und Stéphanes Erfindungen ausprobieren, scheint die Zeit stehen zu bleiben und beide fühlen den Zauber, der sie umgibt. Alles scheint unbekümmert, leicht und aufregend. Leider ist das eigentlich zu schön, um wahr zu sein. Träumt er es vielleicht nur, und in Wahrheit ist alles anders? Als dann auch noch sein Comic-Kalender erfolgreich veröffentlicht wird, verliert Stéphane völlig die Orientierung. Realität und Traum stehen Kopf. Er muss sich entscheiden, ob er den Alltag weiter träumen, oder seinen Traum leben will. Vielleicht kann ihm die Liebe dabei helfen…?

Regisseur Michel Gondry, der mit seinen Videos u.a. für Björk, Daft Punk und The White Stripes Clipgeschichte geschrieben hat, ist ein Meister des Skurrilen und Surrealen. In „The Science of Sleep“ betreibt er den Schlaf nicht als Wissenschaft, sondern vielmehr als fröhlichen Gegenentwurf zur Wirklichkeit. Auf erfrischend unprätentiöse und geradezu kindliche Weise entwirft er Traumwelten von überbordender Fantasie. Hierfür greift der Regisseur weniger auf Computeranimationen, sondern vielmehr analoge Tricks zurück. Wie in tschechischen Animationsfilmen der 1960er Jahre gestaltet er etwa mittels Zellophanstreifen, Wollknäuel und Wattebäuschen Wasser, Schnee und Wolken. „Michel Gondry„; schreibt die FAZ, „beweist in jeder Szene seine Originalität. „The Science of Sleep“ wirkt wie ein selbstvergessen spielendes Kind, dem man gerne zusieht, weil es das Staunen noch nicht verlernt hat.

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