25. Januar

OT: A londoni férfi
HU/F/D 2007
Regie: Béla Tarr
139 Min., 35mm, OmU, s/w
Mit Miroslav Krobot, Tilda Swinton, Erika Bók, János Derzsi, Ági Szirtes, István Lénárt
Kamera: Fred Kelemen

Maloin lebt am Rande eines unendlich erscheinenden Meeres – dort führt er ein einfaches Leben, in dem er jedoch keine Perspektiven mehr hat. Er nimmt die Welt um sich herum kaum noch wahr und hat vor dem langsamen, unvermeidlichen Zerfall des Lebens und seiner eigenen, völligen Einsamkeit kapituliert. Als er unfreiwilliger Zeuge eines Mordes wird, schlägt sein Leben eine neue Richtung ein. Er trifft auf Fragen über die Sünde, das Gesetz, die Moral und bemerkt den feinen Unterschied zwischen Unschuld und Mitschuld. Nun ist er auf einmal mit der existentiellen Bedeutung des Lebens konfrontiert.

„„The Man From London“ erzählt seine Geschichte, die lose auf einem Roman von Georges Simenon basiert, vornehmlich mit schwarz-weißen, streng komponierten und arrangierten Bildern. Jedes einzelne dieser Bilder schöpft die Möglichkeiten der Stilisierung durch Licht und Schatten mustergültig aus – Kameramann Fred Kelemen legt eine vollendete Leistung vor.
Gesprochen oder gar erklärt wird nur wenig. Der Mord zu Beginn etwa wird von Maloins Rangierturm aus gezeigt, durch die Scheibe, aus einer erhöhten, beobachtenden Perspektive. Kein Schrei, keine dramatische Musik und auch kein Reaction Shot auf Maloin, der soeben Zeuge dieser Tat geworden ist:
„„The Man From London“ verzichtet auf das alles, denn man hat ja, wenn man aufmerksam war, alles gesehen.“ (Filmstarts.de)

„Béla Tarr ist einer der wenigen wirklich visionären Filmemacher.“ (Gus van Sant)

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