23. November

OT: Le procès
Frankreich, Italien, Deutschland 1962
Regie: Orson Welles
118 Min., 35mm, DF
Mit Anthony Perkins, Romy Schneider, Elsa Martinelli, Jeanne Moreau, Orson Welles u.a.

Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wird er eines Morgens verhaftet.“ Verzweifelt kämpft Josef K. gegen eine übermächtige, nirgends fassbare Bürokratie, kann jedoch nicht herausfinden, welches Ziel die Ermittlungsbehörde und das mysteriös erscheinende Gericht verfolgen. Vielmehr muss er erkennen, dass sein Anwalt dem Gericht eng verbunden ist. Er gerät immer tiefer in den Filz aus Justizapparat, Anwalt und verschiedenen Frauen, deren Absichten Ihm unklar bleiben, die aber in diesem bedrohlichen und beklemmenden Labyrinth aus Abhängigkeiten, devotem Verhalten und unergründlichen Aktenbergen mitarbeiten. Am Ende wird die Behördenwillkür für ihn lebensbedrohlich.

Kafkas Fragment gebliebenen Roman zu verfilmen galt als unmögliches Unterfangen. Welles verdichtete ihn zu einem düster-expressionistischen Kinoalptraum. Anthony Perkins spielt seine vielleicht beste Rolle in einem Meisterwerk hypnotischer Bilder über die Paranoia, ausgelöst durch anonyme Mächte und Bedrohungen, wobei die Inszenierung durch ihre optische Brillanz und durch virtuos verfremdete Schauplätze fesselt. Die bedrückende, rätselhafte Grundstimmung und die triste Anonymität der Stadt, wie sie auch der Roman transportiert, ist durch Edmond Richard, Kameramann von Welles und später von Luis Buñuel, eindrucksvoll eingefangen. Die Drehorte und Sets, das klare Herzstück des Films, sind sorgfältig ausgearbeitet, großartig und einfach… kafkaesk.

… ist eine ganz eigene, optisch und atmosphärisch überzeugende Version von Kafkas verstörendem Text“ (wie ist der Film)

The best Film I ever made“ (Orson Welles)

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