28. September

Türkei/Deutschland 2011
Regie: Imre Azem

88 Min., DVD, OmU
Musik: Lari Dilmen, Nilüfer Ormanli

Istanbul, die gigantische Metropole mit 15 Millionen Einwohner_innen, wächst unaufhaltsam und hat zunehmend mit den Folgen der Landflucht in der Türkei zu kämpfen. Der Dokumentarfilm „Ekümenopolis“, ist ein kritischer Essay über diese städtebaulichen und gesellschaftlichen Veränderungen der Stadt und zeigt schonungslos den Mangel an Planung und die Folgen willkürlicher Stadtbebauung. Auch ökologisch und ökonomisch wird die Situation in der Stadt am Bosporus immer problematischer. Der wirtschaftliche Aufschwung hat auch zugleich die sozialen und urbanen Disparitäten verschärft. In rasendem Tempo entstehen immer neue teurere Apartmentblocks, die die Segregation zunehmend vorantreibt. Dadurch wächst die Stadt immer weiter, die Verkehrswege werden länger und der Verkehr ist am Rande des Infarkts. (www.urbanophil.net)

In Istanbul wurden die ökologischen Grenzen überschritten, die Bevölkerungsgrenzen, die ökonomischen Grenzen. Wenn Sie mich fragen, wohin das alles führen wird, werde ich Dogan Kuban zitieren: Chaos.“ Mücella Yapici, Architekt_innenkammer Istanbul

Imre Azem erzählt in ausdrucksstarken Bildern und mit aufschlussreichen Interviews die Geschichte und die Bedingungen der neoliberalen Zerstörung Istanbuls. Er zeigt das Bild einer Stadt, die kaum Luft holen, geschweige denn einen städtebaulichen Masterplan vorlegen kann. Der Film ist sein Langfilmdebüt und erhielt 2011 beim Sarajevo Film Festival den Human Rights Award in der Kategorie Bester Dokumentarfilm.