29. Juni

D 2011
Regie: Ulrike Ottinger

103 Min., 35mm
Kabuki-Darsteller: Takamasa Fujima, Kiyotsugu Fujima
Erzählerin: Eva Mattes

Im japanischen Echigo liegt der Schnee oft bis in den Mai hinein meterhoch und bedeckt Landschaft und Dörfer. Seit Jahrhunderten haben sich die Bewohner darauf eingerichtet. Um ihre ganz eigenen Formen des Alltags, der Feste und religiösen Rituale festzuhalten, hat sich Ulrike Ottinger ins mythische Schneeland begeben – und mit ihr zwei Kabuki-Darsteller. In den Rollen der Studenten Takeo und Mako folgen sie den Spuren Bokushi Suzukis, der Mitte des 19. Jahrhunderts sein außergewöhnliches Buch „Schneeland Symphonie“ verfasste. Die drei Elemente Kabuki, Poesie und Wirklichkeit des Schneelandes verbinden sich mit der Musik von Yumiko Tanaka zu einem bildkräftigen und bewegenden Film.

Das Reisen in Gedanken, Büchern und Bildern, die grenzenlose Neugier und die keineswegs naive Haltung, ihre Geschichten von Begegnungen und Zufällen treiben zu lassen, machen Ulrike Ottinger zur großen Expediteurin zu den Rändern der Wahrnehmung unserer Welt. (…) Ottinger agiert wie ein Pauspapier, das Eindrücke aufnimmt und in ihrer Pracht und Farbigkeit bewahrt.“ Christina Tilmann, Tagesspiegel

Die Filme der Ulrike Ottinger erhielten zahlreiche Preise, unter anderem den Preis der Publikumsjury Montréal und den Bundesfilmpreis (Visuelle Gestaltung) für „Johanna D’Arc Of Mongolia“ (1989), oder den Preis der deutschen Filmkritik für die Dokumentarfilme „China die Künste – Der Alltag“ (1986) und „Prater“ (2008). Sie wurden auf den wichtigsten internationalen Festivals gezeigt und vielfach in Retrospektiven gewürdigt, u.a. in der Pariser Cinémathèque française und im New Yorker Museum of Modern Art. 2011 wurde Ottinger mit dem „Hannah Höch Preis“ für ihr herausragendes künstlerisches Werk in Berlin ausgezeichnet.

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