01. Juni

USA 1995
Regie: Jim Jarmusch
116 Min., 35mm, s/w, OmU
Mit Johnny Depp, Gary Farmer, Robert Mitchum
Musik: Neil Young

Der zurückhaltende Buchmacher William Blake reist in das abgelegene Dorf Machine um dort einen Job anzutreten. Doch als er in dem runtergekommenen Kaff ankommt, muss er feststellen, dass die Stelle bereits vergeben ist. Ohne Job und Geld trifft er die Blumenverkäuferin Thel. Die beiden verbringen die Nacht miteinander. Als Thels eifersüchtiger Ex-Freund plötzlich auftaucht kommt es zu einer Schießerei. Thel und ihr Ex-Freund sterben, William Blake wird angeschossen, kann aber fliehen. Am nächsten Tag wir Blake von dem Indianer Nobody aufgelesen, der erfolglos versucht die Pistolenkugel aus Blakes Brust zu entfernen. Als Nobody den Namen des Verletzten erfährt, hält er ihn für die Wiedergeburt des britischen Dichters William Blake. Er beschließt den tödlich verwundeten auf seiner letzten Reise zu begleiten.

Jim Jarmusch hat seinen Film mal als einen psychedelischen Western beschrieben. Die schwarzweiß Bilder des Kameramanns Robby Müller zeichnen eine Reise zwischen den Welten. Zwischen Leben und Tod, aber auch zwischen vermeintlicher Zivilisation und der Wildnis.

Dead Man ist ein Gedicht. Zwar ergibt sich die Poesie durch William Blakes Blutspur, doch hierdurch gelingt es Jarmusch, Tod, Gewalt und Einsamkeit systematisch miteinander zu verbinden und in eine kausale Abfolge zu setzen. Im Westerngenre hat er dazu die passende Basis gefunden, um jenes Genre ins Negativ zu verzerren und alles zu demontieren, was die letzten Jahrzehnte hergaben.Sascha Ganser

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