04. Mai

La Passion de Jeanne d’Arc
F 1928
Regie: Carl Theodor Dreyer
82 Min., 16mm, stumm
Mit Maria Falconetti, Eugène Silvain, Maurice Schutz

Live-Musik: Ghosts in Disguise (Bielefeld)

Basierend auf den original Prozessakten aus dem 15. Jahrhundert inszeniert der dänische Regisseur Carl Theodor Dreyer die letzten Tage von Johanna von Orléans. Das kirchliche Tribunal wirft der jungen Frau Ketzerei vor. Sollte sie für schuldig erklärt werden, droht ihr der Scheiterhaufen.
Die bekannte Geschichte der Jungfrau von Orléans erzählt Dreyer in dem er sich fast ausschließlich auf die Gesichter seiner Schauspieler konzentriert. Häufig füllt ein Gesicht oder ein Ausschnitt der Augen die gesamte Filmleinwand aus. „Es wird jegliche Distanz übersprungen. „Wir schauen nicht einem historischen Prozess zu, wir befinden uns mitten drinnen. Dies wird dadurch verstärkt, dass es im ganzen Film so gut wie keine Totalen gibt … Und wir sehen Jeanne, ihre großen Augen, die angstvoll aufgerissen sind oder ihre stumme Qual. Die innersten Regungen der Personen werden mit ihrer Mimik und Gestik vermittelt, ihr Charakter wird von der Kamera eingefangen. Es ist diese Art der Darstellung Dreyers, ein Stil, den nach ihm niemand mehr mit solcher Konsequenz verwirklichte, was dem Film seine Unverwechselbarkeit verleiht.“ (filmzentrale.com)
Der Film war ursprünglich als Tonfilm geplant, konnte aber so nicht finanziert werden. Carl Theodor Dreyer hat für den Film keine Originalmusik vorgesehen, so entstanden in der Vergangenheit mehrere Vertonungen für den Film, mal traditionell, mal experimentell. An diesem Abend wird es eher experimentell wenn das Bielefelder Ambient-Duo Ghosts in Disguise den Film live begleiten wird. Neben Laptops werden die beiden Musiker mit verschiedene Synthesizer, Gitarren, Kalimbas und weitere Instrumente einbringen und den Film mit einem elektroakustischen Sound atmosphärisch untermalen.

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